Armutsbekämpfung : IWF erlässt 19 Ländern sämtliche Schulden

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erlässt 19 der ärmsten Länder der Welt zu Beginn des neuen Jahres sämtliche Schulden. Darauf haben sich die Exekutivdirektoren der Finanzorganisation in Washington geeinigt.

Washington - Auch Mauretanien wurde als 20. Land ein Schuldenerlass in Aussicht gestellt, doch muss das Land noch nachweisen, dass die damit eingesparten Gelder auch in die Armutsbekämpfung fließen würden. «Ein historischer Tag», sagte IWF-Sprecher Tom Dawson.

Das Abschreiben der Kredite kostet den IWF 3,3 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro). Auch die Weltbank und die afrikanische Entwicklungsbank wollen noch in diesem Jahr über einen Schuldenerlass entscheiden. Die in Frage kommenden Länder stehen bei der Weltbank mit rund 38 Milliarden Dollar in der Kreide. Die reichen Länder versprachen bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank im September in Washington, die ausfallenden Beträge Dollar für Dollar zu ersetzen.

Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte das Ergebnis. «Der nächste Schritt ist der Schuldenerlass für mehr als 60 Ländern, die die Mittel auch dringend zur Armutsbekämpfung brauchen», sagte Sprecher Max Lawson. Den Anstoß für die umfangreiche Entschuldungsinitiative gaben die reichsten Länder der Welt und Russland bei ihrem G8-Gipfeltreffen im Juli in Schottland. Damit soll das vor fünf Jahren angepeilte Ziel der Vereinten Nationen, die Armut weltweit bis 2015 zu halbieren, realisiert werden.

18 der 20 vom IWF zunächst berücksichtigten Länder hatten bereits im Rahmen der Entschuldungsinitiative «HIPC» (Heavily Indebted Poor Countries) Schuldennachlässe erhalten. Dafür mussten sie eine gute makroökonomische Politik und Programme zur Armutsfinanzierung vorweisen. 20 weitere Länder können sich in den kommenden Monaten ebenfalls für den Schuldenerlass qualifizieren. Der Schuldenerlass gilt nur für die Kredite bei den drei multinationalen Geldgebern. Bilaterale Schulden sind nicht betroffen.

In den Genuss des Schuldenerlasses kommen unter anderem Äthiopien, Bolivien, Mosambik, Nicaragua, Ruanda, Tansania und Uganda. (tso/dpa)

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