Arnolds-Prozess : Verteidiger kündigen Geständnisse an

Im Prozess um die Millionen-Pleite des Essener Geldtransport- und Sicherheitsunternehmens Arnolds wollen zwei Ex-Geschäftsführer Geständnisse ablegen. Die Angeklagten sollen Kundengelder veruntreut haben.

Essen - Die Verteidiger kündigten zum Prozessauftakt am Essener Landgericht die beiden Geständnisse der drei ehemaligen Geschäftsführer für den nächsten Verhandlungstag am 7. März an. Die Anklage geht davon aus, dass die 39 bis 68 Jahre alten Manager zwischen 2003 und 2006 Kundengelder in Höhe von rund 24,5 Millionen Euro veruntreut haben. Die Arnolds-Pleite war ein halbes Jahr nach dem Heros-Skandal mit einem geschätzten Schaden von 270 Millionen Euro bekannt geworden.

Laut Anklage war die Arnolds Sicherheits GmbH schon im Jahr 2001 in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Auf Grund der extremen Liquiditätsprobleme sollen sich die Angeklagten 2003 entschlossen haben, Kundengelder zur Bezahlung von Verbindlichkeiten zu nutzen. Von einer persönlichen Bereicherung geht die Staatsanwaltschaft nicht aus. Das Geld soll dazu genutzt worden sein, um Löhne und Gehälter zu bezahlen oder Forderungen des Finanzamtes zu begleichen. Um die Machenschaften zu verschleiern, sollen Scheinrechnungen produziert und Überweisungsträger manipuliert worden sein. Außerdem soll eine Mitarbeiterin der Deutschen Bundesbank eingeweiht gewesen sein.

Aufgeflogen durch Millionen-Forderung

Zu den geschädigten Kunden gehörten laut Anklage unter anderem Banken und Sparkassen sowie Bau- und Supermärkte. Das System soll so lange funktioniert haben, bis ein Großkunde im April 2006 einen offenen Betrag von rund 23 Millionen Euro eingefordert hat. Zu der Zahlung waren die Geschäftsführer von Arnolds nicht mehr in der Lage. Die Angeklagten, die zugleich Gesellschafter des Unternehmens waren, kamen Ende August 2006 in Untersuchungshaft.

Die Arnolds Sicherheits GmbH soll zuletzt rund 2100 Mitarbeiter beschäftigt haben. Standorte mit eigenen Cash-Centern für die Geldbearbeitung gab es in Hamm, Köln und Oberursel. Der Haupt-Firmensitz war in Essen. (tso/dpa)

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