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Berliner Bau-Ausbilder nach Streik ausgesperrt

Streit an zentralem Ausbildungszentrum eskaliert
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Berlin - In der zentralen Ausbildungsstelle Berliner Lehrlinge im Baugewerbe hat der Geschäftsführer zehn Ausbildern zwei Tage lang den Zugang zum Betriebsgelände versperrt. Zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hinderten die Männer am Donnerstag und Freitag am Zugang zum Betriebsgelände des Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft Bau im Stadtteil Marienfelde. Damit eskalierte ein seit Monaten anhaltender Streit um mehr Geld für die Ausbilder.

Seit Februar 2008 hatten die Lehrmeister mit der Geschäftsführung des Berufsförderungswerkes, in dem der Tarifvertrag der Branche nicht gilt, über eine bessere Bezahlung verhandelt. Am 28. August waren die Verhandlungen endgültig gescheitert, erklärte Hannes Rosenbaum, stellvertretender Regionalleiter der Gewerkschaft IG Bau.

Vergangenen Mittwoch hätten die Mitarbeiter dem Geschäftsführer Roland Bank mitgeteilt, dass sich einige Angestellte im Streik befänden. Daraufhin seien sie zum Gewerkschaftstag der IG Bau gegangen, der zeitgleich im Neuköllner Estrel-Hotel stattfand. Dort fanden sie auch Gelegenheit, ihr Problem Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) vorzutragen. Als die Männer am Donnerstag wieder regulär zum Dienst erscheinen wollten, seien sie von „paramilitärisch gekleideten schwarzen Sheriffs“ am Zutritt zum Ausbildungsbauhof gehindert worden. Die Wachleute hätten Schlagstöcke und Pfefferspray bei sich geführt. „So ein Theater habe ich in meiner langen Zeit als Gewerkschafter noch nicht erlebt“, sagte Rosenbaum dem Tagesspiegel.

Das Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft Bau wird durch eine Umlage von der lokalen Bauindustrie finanziert. Die Einrichtung bildet überbetrieblich in den Berufen der Bauwirtschaft aus.

Der Geschäftsführer der Einrichtung, Bank, sagte dem Tagesspiegel: „Meine Aufgabe ist es, hier für einen geregelten Ablauf der Ausbildung zu sorgen. Da können Ausbilder nicht kommen und gehen, wie sie wollen“. Er habe von Mittwoch bis Freitag Ersatz für die Ausbilder organisieren müssen. Daher habe er die anderen am Zutritt gehindert. „Ich bin aber offen für neue Gespräche. Wenn die Männer am Montag wieder zur Arbeit kommen, werde ich sie nicht am Zugang hindern“, sagte Bank. kph

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 19.09.2009)
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