Wirtschaft : Arthritis von Dolly versetzt die Börsianer in Schrecken

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Die Nachricht von der Erkrankung des ersten geklonten Schafs Dolly hat an der Londoner Börse die Kurse für die Biotech-Aktien in den Keller gezogen. Der "Vater" von Dolly, Ian Wilmut vom Roslin-Institute bei Edinburgh hatte am Freitag erklärte, Dolly leide unter Arthritis im linken Hinterbein. Die Frage sei nun, ob diese Gelenkentzündung etwas mit dem Klonen zu tun haben.

Die Investoren in London reagierten jedoch sofort und verkauften Biotech-Aktien. Insbesondere die Aktie der PPL Therapeutics brach kurz nach dem Bekanntwerden der Erkrankung des Schafs um 15 Prozent ein und sank auf 62 Pence. PPL vermarktet die wissenschaftlichen Ergebnisse des Wilmut-Teams. Erst am vergangenen Mittwoch hatte PPL die Geburt von fünf geklonten Ferkeln bekannt gegeben. Durch das Klonen wollen die Schotten vor allem dem weltweiten Organmangel beheben.

An den deutschen Aktienmärkten brach das Papier am Freitag sogar noch viel stärker ein. Bis zum Schluss musste die Aktie im elektronischen Xetra-Handel einen Verlust von mehr als 46 Prozent hinnehmen. Marktteilnehmer erklärten diesen starken Verlust allerdings mit dem sehr engen Markt, auf dem eben nur wenige Papiere gehandelt würden, und der weitreichenden Spezialisierung von PPL. Sie warnten davor diesen Absturz einer Aktie überzubewerten. Die anderen Biotechtitel konnten sich an den deutschen Märkten auch besser behaupten.

Auch an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq spielten die Nachrichten über die Erkrankung von Dolly keine größere Rolle. Zwar musste auch dort die PPL-Aktien Verluste von rund neun Prozent hinnehmen. Damit war PPL allerdings der einzige Biotechwert, der so starke Einbußen erlitt.

Im Gegenteil: Der Biotechnologie-Index schloss am Freitag um 0,9 Prozent höher und etliche Biotechnologieunternehmen gingen mit Kursgewinnen aus der Woche. Am Montag war der Sektor jedoch stark unter Druck geraten, nachdem befürchtet wurde, die Zulassung des Darmkrebsmedikaments Erbitux von der Firma Im Clone Systems durch die US-Gesundheitsbehörde FDA könnte sich verzögern.

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