Wirtschaft : Artztbesuch im Ausland oft teuer

BERLIN (bü). Die Bundesbürger denken selten so intensiv an den Schutz durch Versicherungen wie zur Urlaubszeit. Zum Teil ist das auch sinnvoll, etwa mit Blick darauf, daß es insbesondere bei Ferien im Ausland zu unangenehmen finanziellen Überraschungen kommen kann. Bei Reisen innerhalb Europas sind gesetzlich Krankenversicherte grundsätzlich so geschützt wie die Bewohner des betreffenden Staates - und dies in mehr als 20 LändernBelgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Slowenien, Rest-Jugoslawien, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Tunesien und die Türkei.Doch kann es durchaus sein, daß der von der deutschen Krankenkasse ausgestellte "Krankenschein" vom Arzt abgelehnt wird oder daß eine "Kassenpraxis" überfüllt ist. Außerdem sind die deutschen Urlauber im Ausland, wie die Einheimischen, verpflichtet, auch höhere als die hierzulande üblichen Eigenbeteiligungen zu akzeptieren - trotz des mitgebrachten Anspruchsausweises. Wer im Urlaub eine Arztrechnung privat bezahlt hat, der kann nach der Rückkehr seine Krankenkasse zwar um Erstattung bitten. Diesem Wunsch wird aber nur selten entsprochen, nachdem das Gesetz die Leistungsansprüche generell auf das Inland konzentriert hat.Was tut der sicherheitsbewußte Urlauber also? Er schließt eine private Auslandsreise-Krankenversicherung ab, die schon für Jahresbeiträge zwischen 12 und 25 DM angeboten wird. Eine Liste der (privaten) Versicherer ist bei den (gesetzlichen) Krankenkassen zu haben. Die Verbraucherverbände empfehlen solche Anbieter, die nicht nur ergänzend zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse eintreten, sondern unabhängig von deren "Vorleistung". So ausgestattet, ist man weitgehend sowohl in den "Abkommensländern" als auch in den unzähligen anderen Staaten versichert, mit denen kein Sozialabkommen besteht. Zusätzlicher Vorteil: Auch der medizinisch notwendige Rücktransport ist dann eingeschlossen; die "Gesetzlichen" dürfen solche Kosten nämlich nicht übernehmen.Eine Auslandsreise-Krankenversicherung lohnt sich übrigens auch für ohnehin privat Krankenversicherte: Sie schont im Falle eines Falles den "Schadenfreiheitsrabatt" aus der Hauptversicherung. Wichtig: Wer wegen seines Alters oder seiner Vorerkrankung keine private Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen kann, der bekommt von der gesetzlichen Krankenkasse auch für ein "Nicht-Abkommensland" eine Kostenübernahmeerklärung, die er aber unbedingt vorher anfordern muß.

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