Wirtschaft : Arzneikosten für Kassen steigen weiter

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Berlin Die Barmer Ersatzkasse hat sinkende Beiträge für das kommende Jahr ausgeschlossen. Bei den Krankenkassen lägen „die Ausgaben über den Einnahmen“, sagte Eckart Fiedler, Chef des größten deutschen Instituts, am Montag im Deutschlandfunk. Die Ausgaben seien gerade bei Arzneien stark gestiegen, die Einnahmen in allen Sozialsystemen schwach. Voraussetzung für stabile Beiträge sei, dass der Kostenanstieg gestoppt werde. Für 2005 rechne er mit 3,2 Milliarden Euro Mehrkosten für Medikamente. Insgesamt setzt Fiedler Mehrausgaben der gesetzlichen Krankenkasse von 4,3 Milliarden Euro für 2005 an. Das für die Kassen zuständige Bundesversicherungsamt erklärte aber, ein Defizit im zweiten Halbjahr 2005 werde es nicht geben. Damit widersprach die Behörde einem Bericht dieser Zeitung, wonach der Schätzerkreis der Krankenversicherung schon im zweiten Halbjahr dieses Jahres mit einem Defizit von 200 Millionen Euro rechne.

Zugleich veröffentlichte die Behörde am Montag Prognosen des Schätzerkreises, die Finanzprobleme bei der Krankenversicherung erwarten lassen. Demnach müssten die Kassen 2006 ihre Beiträge im Schnitt um 0,2487 Prozentpunkte erhöhen, um alle Leistungsausgaben wie Behandlungen oder Arzneien finanzieren zu können. Dies entspreche fehlenden Einnahmen von deutlich mehr als zwei Milliarden Euro, sagte ein Mitglied des Schätzerkreises dem Tagesspiegel. Mit Verwunderung reagierte er auf Vorwürfe eines Sprechers von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Prognosen des Gremiums seien „defätistisch und pessimistisch“. „Das Ministerium versucht offenbar, uns den schwarzen Peter für die Finanzentwicklung zuzuschieben“, sagte er. Die Berechnungen seien seriös. brö

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