Wirtschaft : Arzneimittel-Ausgaben steigen um 30 Prozent

BERLIN (dpa).Die weltweiten Ausgaben für Arzneimittel werden nach einer Prognose der deutschen Pharmaindustrie bis zum Jahr 2001 um knapp 30 Prozent wachsen.Davon würden auch die mittelständischen Pharmafirmen profitieren.Sie hätten ihren Absatz bereits seit 1993 stärker erhöht als die großen Firmen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, Hans Rüdiger Vogel, am Dienstag bei der Hauptversammlung des Verbandes in Berlin.Der Euro werde den Wettbewerb stimulieren.Die Gesundheitspolitik sollte diesen Wettbewerb und die Freizügigkeit begünstigen.In der gesundheitspolitischen Diskussion forderte Vogel mehr Sachlichkeit.Das Wohl der Patienten müsse wieder der Maßstab für die Effizienz des Gesundheitssystems werden.Zwar würden auch heute Leistungsausgrenzungen so begründet, tatsächlich gehe es einigen Politikern und Krankenkassen aber um wirtschaftliche Interessen.In seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer des Verbandes wird Vogel in Berlin von dem bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion, Wolfgang Weng, abgelöst.

Für die Arzneimittelindustrie zeichnete Vogel ein positives Bild.Im ersten Quartal nahmen die Inlandsaufträge um 3,4 Prozent zu, die Auslandsnachfrage um 7,8 Prozent.Diese Zahl deute auf eine markante Entwicklung des Pharma-Außenhandels hin.Der Euro werde den Wettbewerb in großem Umfang stimulieren.Um hier erfolgreich zu sein, werde die deutsche Pharmaindustrie gewaltige Rationalisierungsanstrengungen unternehmen müssen.Besonders vorantreiben wolle der BPI die Kooperation von jungen High-Tech-Firmen und etablierten Pharma-Unternehmen.Man gehe davon aus, daß der Markt bio- oder gentechnisch-hergestellter Arzneimittel und Diagnostika bis zum Jahr 2005 in Europa von derzeit zehn Mrd.Ecu (19 Mrd.DM) auf 32 Mrd.Ecu steigen werde.Allein in Deutschland werde für das Jahr 2000 mit einem Marktvolumen von gut zwei Mrd.DM bei Arzneimittel sowie 1,9 Mrd.DM bei Diagnostika gerechnet.

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