Wirtschaft : Arzneimittel unter Verdacht: Opfer wollen Schadenersatz

Walter Pfaeffle

Seit Mai sammelt die kleine Anwaltskanzlei Duffus & Melvin aus Raleigh im US-Staat North Carolina Adressen von Geschädigten, die das Cholesterin-Präparat Baycol eingenommen haben. Duffus ist nur in North Carolina zugelassen, doch habe seine Firma Kontakt mit der amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) und Anwaltskanzleien in anderen Staaten aufgenommen. Ziel sei es, bei einem US-Bundesgericht eine Sammelklage einzubringen. "Die Beantragung einer Sammelklage bedeutet nicht, dass wir alle Patienten im Lande repräsentieren. Erst müssen wir ein Bundesgericht davon überzeugen, dass wir für alle sprechen. Dann wird das Gericht der Klage gegebenenfalls Sammelklagestatus verleihen. Soweit sind wir aber noch nicht", sagte Duffus. Das könnte innerhalb der nächsten 30 bis 40 Tage der Fall sein. Dass der Münchner Anwalt Michael Witti eine mögliche Klage gegen Bayer prüft, war Duffus nicht bekannt. Die Schadenersatzforderungen könnten in die Millionen gehen, wenn der Beweis dafür erbracht werde, dass der Cholesterinsenker für den Tod von Patienten verantwortlich ist. Vor zwei Jahren brachte eine Sammelklage gegen den US-Pharmakonzern und Hersteller von Diätpillen American Home Products 3,75 Milliarden Dollar ein. Die FDA hat den Tod von bisher 31 Menschen mit Baycol/Lipobay in Verbindung gebracht. Ein FDA-Sprecher sagte, die Behörde werde gegen Bayer nur dann rechtliche Schritte einleiten, wenn die Firma beim Genehmigungsverfahren Informationen zurückgehalten habe.

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