Wirtschaft : AS-Fonds im Rennen um Rendite

SANDRA SCHUFFELEN (HB)

Der starke Auftritt gegen die Konkurrenz der Lebensversicherer ist ausgeblieben.Die Einführung der neuen AS-Fonds - AS steht für Altersvorsorge-Sondervermögen - erinnert eher an einen Start mit Hindernissen.Schon bei der Genehmigung ging es schleppend voran.Mittlerweile sind rund 30 AS-Fonds am Markt - Tendenz steigend.Ihr Gesamtvolumen beträgt derzeit etwa eine Mrd.DM und damit weit weniger als von den Initiatoren erhofft.Dies liegt wohl auch daran, daß die Lebensversicherungen für ihre Policen weiterhin mit Privilegien beim Fiskus trommeln können."Daß es keine Steueranreize für AS-Fonds gibt, ist sicherlich der Hauptgrund dafür, daß der große Run auf die AS-Fonds ausgeblieben ist", bestätigt Elisabeth Weisenhorn von der DWS, der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank."Dennoch gibt es einen großen Vorteil der Fonds gegenüber den Lebensversicherungen", fügt sie hinzu, "die AS-Fonds sind absolut transparent."

Tatsächlich unterliegt die Struktur der AS-Fonds gesetzlichen Auflagen.So müssen beispielsweise mindestens 51 Prozent des Fondsvolumens in Aktien und Immobilien investiert sein.Maximal dürfen jedoch nur 30 Prozent in Immobilien stecken.Im Rahmen der vorgeschriebenen Grenzen kann die Fondsgesellschaft den Aktien-, Renten- und Immobilienanteil laufend ändern.Die Einschränkungen lassen dem Fondsmanagement somit durchaus Spielraum.

Ein Vergleich der Wertentwicklung zeigt: Selbst Fonds mit ähnlicher Aufteilung auf Aktien, Renten und Immobilien schneiden unterschiedlich gut ab.Die Fonds sind zwar erst seit kurzem am Markt, was die Aussagekraft eines Vergleichs begrenzt.Dennoch zeigen sich bereits im ersten Quartal dieses Jahres erhebliche Unterschiede.Spitzenreiter mit einem Plus von 13,5 Prozent ist der Fonds DWS Vorsorge AS Dynamik."Wir sind stark in Nebenwerten engagiert - und nicht nur in Blue Chips.Damit liegen wir bisher offenbar richtig", meint Fondsmanagerin Elisabeth Weisenhorn.Sie ziehe auch Titel aus dem Neuen Markt in Betracht - derzeit etwa Qiagen und Kinowelt."Sehr selektiv" sei man auch in Telekom- und Technologiewerten engagiert sowie in Öltiteln.In Immobilien investiere der Fonds zur Zeit nicht.

Mit einem Plus von 12,4 Prozent rangiert der BB-Europa AS-Invest der Bankgesellschaft Berlin derzeit auf Rang zwei.Der Fonds legt - wie der Name schon sagt - den Schwerpunkt auf europäische Aktien.Zu den größten Positionen im Fonds gehören nach Angaben von Fondsmanager Gunars Balodis aktuell Öl- und Telekomwerte: BP Amoco, Royal Dutch, Telecom Italia, Nokia und Mannesmann."Die niedrigen Ölpreise hatten wir als Einstiegschance für ein Engagement bei Öltiteln gesehen - eine Annahme, die bisher voll aufgegangen ist", erklärt Balodis die überdurchschnittliche Kursentwicklung des Fonds."Der Anteil der Liquidität im Fonds lag vorübergehend bei 10 bis 15 Prozent.Damit konnten wir zeitweise günstig einsteigen und Kurssteigerungen mitnehmen", fügt der Fondsexperte hinzu.

Rückenwind habe es auch bei den Telekomwerten gegeben, die relativ stark im Fonds vertreten seien.Gute Kurschancen räumt Balodis künftig deutschen, schweizerischen und britischen Finanzwerten ein.In Titel aus dem Neuen Markt investiere er derzeit nicht, allerdings halte er "die Augen offen".Bei den Rentenpapieren favorisiert der Fondsmanager - wie im übrigen die Mehrzahl seiner Kollegen - kurze Laufzeiten.Die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen im Fonds betrage drei Jahre.Der Immobilienanteil liege derzeit bei sieben Prozent und sei im Grundwert-Fonds investiert, einem offenen Immobilienfonds der Dresdner-Bank-Gruppe.An dritter Position der Rangliste - mit einem Wertzuwachs von 8,6 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres - liegt der Nordinvest-AS.Den Anlageschwerpunkt bilden europäische Standardwerte."Wir orientieren uns hierbei am Euro-Stoxx-50-Index", erklärt Fondsmanager Jürgen Ruther.Technologiewerte hat der Hamburger bisher übergewichtet.

Fazit: Je höher der Aktienanteil, desto größer nicht nur die Gewinnchancen, sondern auch das Risiko."Die Risiken der AS-Fonds werden von den Anbietern vielfach heruntergespielt.Damit tut sich die Branche keinen Gefallen", kritisiert Thomas Bieler von der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen.Wegen des Aktienanteils von maximal 75 Prozent seien die Fonds "nur für risikofreudige Anleger geeignet, die bei vorübergehenden Kursverlusten nicht gleich nervös werden".

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