Wirtschaft : Asiatische Börsen unter starkem Druck

SINGAPUR/TOKIO (rtr).Die Finanzmärkte in Fernost haben am Dienstag zum Teil massive Einbußen verzeichnet.Händler führten dies vor allem auf den wieder schwächeren Yen und Gewinnmitnahmen zurück.Die Kurse der Standardwerte in Thailand fielen um über sieben Prozent, in Südkorea um fünf, und in Singapur um fast vier Prozent.Die Notierungen an den großen Finanzplätzen in Tokio und Hongkong gaben nicht ganz so stark nach.Der Kurs der japanischen Währung ging im Vergleich zum Dollar deutlich zurück.Im europäischen Nachmittagsgeschäft mußten je Dollar 122,64 Yen gezahlt werden, drei Yen mehr als gut 24 Stunden zuvor.

Händler erklärten, die Yen-Schwäche habe Befürchtungen ausgelöst, daß die asiatische Leitwährung auch andere Devisen der Region in Mitleidenschaft ziehe und Anleger abschrecke.

Ein Händler sagte, nach dem jüngsten Aufschwung an den Börsen rückten die volkswirtschaftlichen Grunddaten der Region wieder ins Blickfeld der Anleger.Und die sähen nicht so gut aus.Zudem seien neue Zweifel an der Wirksamkeit des japanischen Konjunkturprogramms aufgekommen.Den Dollarkurs gestützt hätten zudem optimistischere Prognosen über die amerikanische Volkswirtschaft.

Die Kurse an der Börse in Bangkok fielen um 7,48 Prozent.Schlechtere Aussichten für die Region hätten eine regelrechte Welle von Verkäufen ausgelöst, um Gewinne einzustreichen, erklärten Händler.Hingegen habe vor allem die Yen-Schwäche zu den Einbußen von fünf Prozent an der Börse in Seoul geführt.Die Standardwerte in Manila gaben um durchschnittlich 4,40 Prozent, die in Singapur um 3,87 Prozent nach.

Der Nikkei-Index der 225 führenden japanischen Unternehmen sank um 0,61 Prozent auf 14 108,09 Punkte.Stabilisierend wirkte sich hier nach Händlerangaben der exportgünstige niedrigere Yen-Kurs aus.Die japanische Regierung kündigte an, sie wolle mit Einkaufsgutscheinen für 35 Millionen Kinder und alte Menschen die schwache Konjunktur ankurbeln.Die Einkaufsgutscheine haben einen Wert von jeweils 20 000 Yen (umgerechnet rund 280 DM).

Der Hang-Seng-Index der Börse in Hongkong ging wegen Gewinnmitnahmen um 1,33 Prozent auf 9721,33 Punkte zurück.Daran änderte auch die günstige Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Hongkong nichts.Der IWF hatte Hongkongs Regierung in ihrer Finanzpolitik bestätigt und eine Erholung der Wirtschaft für die zweite Jahreshälfte 1999 vorausgesagt.Gleichzeitig ging der Währungsfonds jedoch von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Hongkong in diesem Jahr von mindestens fünf Prozent aus.

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