Wirtschaft : Asiatische Grippe bald auskuriert

Salomon: Anleger gehen wieder in Schwellenländer / Deutsche Zinsen bleiben niedrig

FRANKFURT (MAIN) (rob / HB).Die Anleger verschrieben sich nach der "asiatischen Grippe" vielfach Investitionen in erstklassigen Staatsanleihen zur Gesundung.Doch das könnte sich im Lauf des nächsten Jahres wieder ändern.Wie Kermit Schoenholtz, Chefökonom des US-Investmenthauses Salomon Smith Barney, in Frankfurt betonte, dürften Engagements in sich entwickelnde Staaten 1998 wieder in der Gunst der Investoren steigen, um eine attraktive Ertragsentwicklung zu ermöglichen.Zwar geht der Experte davon aus, daß die Anleihe- und Devisenmärkte in Emerging Markets im nächsten Jahr weiterhin deutlichen Kursschwankungen unterworfen sein werden.Das mahne zur Vorsicht.Doch Schoenholtz zieht Parallelen zur Entwicklung in Lateinamerika nach der Peso-Krise 1994/95, wo der Zufluß privaten Kapitals in die Länder der Region auch nur für eine vergleichsweise kurze Zeit unterbrochen gewesen sei.Letztlich würden niedrige Renditen in westlichen Ländern zu einem Umdenken führen.Salomon zählt für das kommende Jahr zu seinen Favoriten bei Staatsanleihen in Emerging Markets Argentinien, Chile, Indonesien, Mexiko, die Philippinen und Polen.Kaufgelegenheiten würden sich voraussichtlich aber auch in Südostasien ergeben. Die Krise der Finanzmärkte in den Schwellenländern habe auch etwas Gutes.Sie bremse die inflationäre Entwicklung; die Notwendigkeit für eine Straffung der monetären Zügel sei begrenzt.So soll die US-Notenbank Fed die Zinsen im ersten Halbjahr 1998 zunächst stabil halten, um sie im weiteren Jahresverlauf dann um 0,5 Prozentpunkte anzuheben.Gunther Thumann von Salomon geht für Deutschland bis Mai nicht von einer Erhöhung der Zinsen durch die Bundesbank aus.Danach sieht er die Sätze für Wertpapierpensionsgeschäfte schrittweise von derzeit 3,30 auf knapp 4,00 Prozent steigen.Beim Stimmungsbarometer zehnjährige Bundesanleihe rechnet er weiterhin mit einer starken Anlehnung der Zinsentwicklung an die USA.Zunächst werde die Rendite um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 5,25 Prozent fallen, um dann später in Richtung 6 Prozent zu klettern, so Thumann.

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