Asien-Pazifik-Wochen : Go East

Berliner Unternehmen und Forschungseinrichtungen sollen die Umweltprobleme in Asien lösen helfen.

Christoph Giesen
Wowereit
Eröffnet: Chinas Wissenschaftsminister Wan Gang und Klaus Wowereit auf den Asien-Pazifik-Wochen. -Foto: dpa

Berlin - Das rasante wirtschaftliche Wachstum in Asien belastet die Umwelt. 16 der weltweit 20 am stärksten verschmutzten Städte sind chinesische Metropolen. Bei den diesjährigen Asien-Pazifik-Wochen, die am Montag eröffnet wurden und bis zum 23. September in Berlin stattfinden, stehen deshalb die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit auf der Agenda. Unternehmer, Wissenschaftler und Regierungsvertreter wollen während der Asien-Pazifik-Wochen gemeinsam Konzepte erarbeiten, um die asiatischen Schwellenländer technologisch zu unterstützen. Besonders den mittelständischen Unternehmen der Hauptstadt-Region soll dabei die Möglichkeit gegeben werden, sich auszutauschen, innovative Lösungen vorzustellen und Kontakte nach Asien zu knüpfen.

Der chinesische Wissenschaftsminister Wan Gang versicherte bei der Auftaktveranstaltung am Montag, dass die Volksrepublik an der weltweiten Bekämpfung des Klimawandels mitwirken werde. Das Problem könne in Zeiten der Globalisierung nur gemeinsam gelöst werden, so Wan. Mit Blick auf den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung in China sagte der Minister: „Wenn wir so weiter produzieren, werden wir das nicht durchhalten.“ Die Volksrepublik brauche eine „Kursänderung“ vom Wirtschaftswachstum zu nachhaltiger Entwicklung.

Bei diesem Richtungswechsel können Berliner Unternehmen und Wissenschaftler mithelfen und mit asiatischen Unternehmen zusammenarbeiten. Eine solche Kooperation besteht bereits zwischen der Technologiestiftung Berlin und China Aerospace, dem chinesischen Pendant der Raumfahrtbehörde Nasa. Rund 1500 chinesische Mittelständler sind unter dem Dach von China Aerospace vertreten. „Viele dieser Firmen bieten Randprodukte der Weltraumforschung, die sich auch im zivilen Leben nutzen lassen“, erklärte Helga Förster, Energieexpertin der Technologiestiftung. Ziel der deutsch-chinesischen Kooperation sei es, Berliner Forschungseinrichtungen zu finden, die den chinesischen Unternehmen bei der Forschungsarbeit helfen und umweltfreundliche Technologie entwickeln. „China Aerospace hat das Geld und wir haben alles rund um die Wissenschaft. Berlin ist die Stadt der Wissenschaft“, schwärmte Förster. Erste Entwicklungserfolge könne man in der Solartechnik verbuchen. „Berlin ist Spitzenreiter in der Solartechnik und international gefragt.“

Ein weiterer Kooperationsvertrag soll während der Asien-Pazifik-Wochen unterschrieben werden. Der Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik Berlin (FAV) möchte mit Partnern aus Singapur und Südkorea zusammenarbeiten „Wir wollen voneinander lernen“, sagte Martin Schipper, Asien-Experte des FAV. In Singapur verwende man bereits elektronische Zugfahrkarten, die per Handy bezahlt werden. Ein Zukunftsmodell auch für Berlin. „Wir können im Gegenzug Südkorea und Singapur bei der Begrünung der Städte unterstützen“, sagte Schipper. Außerdem könne man gemeinsam mit Experten aus Südkorea und Singapur Modelle zu Lösung der Verkehrsprobleme in asiatischen Millionenstädten entwickeln.

Denn die zunehmende Motorisierung in den wachsenden Städten Chinas, Indiens und Vietnams ist problematisch: Allein in Peking wurden im vergangenen Jahr 16 Prozent mehr Autos zugelassen. Der Verkehr lähmt die chinesische Hauptstadt. Viele Städte in Fernost wachsen atemberaubend schnell, eine nachhaltige Stadtplanung fehlt häufig. Schon heute gibt es in China über 100 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern.

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