Wirtschaft : Asien wendet sich Europa zu

Erstes gemeinsames Treffen der Wirtschaftsminister / Japaner besuchen neue Länder

TOKIO (dpa/AFP).Die Wirtschaftsminister der Europäischen Union (EU) und von zehn asiatischen Ländern sind sich einig, Investitionen und Handel zwischen den beiden Regionen stärker zu fördern.Das teilte Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt nach dem ersten Treffen der Wirtschaftsminister des 1996 in Bangkok gegründeten Asia-Europe Meeting (Asem) am Sonntag in Chiba bei Tokio mit.Für die praktische Ausfüllung des Aktionsplans zur Förderung von Investitionen wurde eine Expertengruppe eingesetzt.Der Aktionsplan zum Handel soll auf dem 2.Asem-Gipfel im April 1998 in London endgültig verabschiedet werden.Asem gehören die 15 EU-Mitglieder, die EU-Kommission, Japan, China, Südkorea, Brunei, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam an. Als riesiges Feld gilt der Ausbau der Infrastruktur in Asien, für den Rexrodt mehr privates Engagement einforderte.Die Weltbank hat den Finanzbedarf dafür in den nächsten zehn Jahren auf 1500 Mrd.US-Dollar geschätzt."Die deutsche Wirtschaft ist bereit, aktiv am Ausbau der Infrastruktur in Asien mitzuwirken".sagte Rexrodt.Nach seinen Angaben waren sich die Asem-Minister einig, daß die jüngsten Währungskrisen einiger südostasiatischer Länder die mittelfristigen Wachstumsperspektiven nicht gefährdeten.Asien bleibe eine Region mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten und Interessant für deutsche Investoren.Die nächste Konferenz der Asem-Wirtschaftsminister soll im Oktober 1999 in Berlin stattfinden. EU-Kommissar Leon Brittan und er hätten sich in Chiba für eine neue umfassende Handelsrunde in der Welthandelsorganisation (WT0) eingesetzt, teilte Rexrodt weiter mit.Die Asem-Vertreter hätten sich für den Abschluß der WTO-Runde zur Liberalisierung der Finanzdienstleistungen noch in diesem Jahr und für eine baldige Aufnahme Chinas in die WTO ausgesprochen. Bei einem Gespräch mit dem japanischen Minister für Internationalen Handel und Industrie, Mitsuo Horiuchi, warb Rexrodt für mehr japanische Investitionen in den ostdeutschen Ländern und weitere Anstrengungen Japans zur Öffnung seiner Märkte.Horiuchi habe auf den Besuch einer Delegation des größten japanischen Wirtschaftsverbandes, Keidanren, in der nächsten Woche in Osteuropa und auch den ostdeutschen Ländern verwiesen. Am Sonntag abend reiste Rexrodt nach Taiwan weiter.Dort stehen Gespräche über den Zuschlag für das taiwanesische Projekt eines Hochgeschwindigkeitszuges auf dem Programm.Dem Konsortium mit dem deutschen Unternehmen Siemens und Firmen aus Taiwan, Frankreich und Großbritannien werden gute Chancen eingeräumt.

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