Wirtschaft : Asienkrise: BIZ-Chef Crockett warnt vor Risiken

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Die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften bergen erhebliche Risiken für die Stabilität des Weltfinanzsystems. Diese Warnung spricht Andrew Crockett, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), in einem "Handelsblatt"-Gespräch aus. In der krisengeschüttelten Region könne es leicht zu neuen Turbulenzen kommen, wenn Exporte in die Vereinigten Staaten und Japan zusammenbrächen.

Da in den von der Asienkrise in Mitleidenschaft gezogenen ostasiatischen Ländern von einer Vollendung der Reformen keine Rede sein kann, bleibe diese Region angesichts der heutigen Weltwirtschaftslage gefährdet. Stark rückläufige Unternehmensgewinne würden die dringend notwendige Restrukturierung des privaten Sektors verzögern. In Anbetracht der nur schleppend vorankommenden Bankensanierung "haben wir es mit einer beunruhigenden Situation zu tun". Deutsche und niederländische Banken sind im aktuellen Krisenland Türkei besonders stark exponiert, so der BIZ-Chef. Doch dürften mögliche Verluste ohne Schwierigkeiten aufgefangen werden können. In den Diskussionen bei der BIZ sei man zum Schluss gekommen, "dass von der türkischen Finanz- und Wirtschaftskrise kaum größere Ansteckungsgefahren für die Region und die übrigen Emerging Markets ausgehen".

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