Wirtschaft : Asienkrise kostet Milliarden

WTO spricht von 70 Mrd.Dollar allein für die Industrieländer GENF (dpa).Die Asienkrise wird die westlichen Industriestaaten nach Berechnungen der Welthandelsorganisation WTO in diesem Jahr etwa 70 Mrd.US-Dollar (umgerechnet rund 120 Mrd.DM) kosten.Ein Großteil der Belastung treffe die Vereinigten Staaten, sagte der WTO-Generaldirektor Renato Ruggierto am Sonntag in Genf bei einem Treffen mit Gewerkschaftern aus rund 100 Ländern.In der Schweizer Stadt beginnt an diesem Montag die WTO-Ministerkonferenz."Dies wird keine einfache Ministerkonferenz werden, auch wegen der Asienkrise", sagte Ruggiero vor der Presse.Er versprach den Gewerkschaftern, bei der Feier zum 50.Jahrestag des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (Gatt) am Dienstag, zu der auch der britische Premierminister Tony Blair und der kubanische Staatschef Fidel Castro erwartet werden, auf die soziale Dimension der Globalisierung hinzuweisen.Gleichzeitig wies Ruggiero eine Verantwortung der Welthandelsorganisation für soziale Ungerechtigkeiten in ihren Mitgliedsländern zurück.Bill Jordan, Generalsekretär der Internationalen Gewerkschaftsbundes (ICFTU), erklärte dagegen, Länder wie beispielsweise Südkorea, Thailand und Indonesien seien auf die im Rahmen der Welthandelsorganisation beschlossenen Liberalisierungsmaßnahmen schlecht vorbereitet gewesen."Die Unterstützung der Bürger für WTO-Abkommen zur Handelsliberalisierung ist in einigen Ländern sehr gering, da immer deutlicher wird, daß sie die soziale Ungleichheit eher fördern als beheben", schrieb Jordan an die Teilnehmer der dreitägigen WTO-Ministerkonferenz.

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