Wirtschaft : Asienkrise macht Export zu schaffen

BERLIN (rtr).Die deutschen Exporte nach Ostasien werden sich nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) 1998 deutlich verringern.In dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Berliner Instituts heißt es, in diesem Jahr dürften die Ausfuhren in die Krisenregion Ostasien um reichlich ein Fünftel sinken.Schon im ersten Halbjahr sei der Export nach Asien um 13 Prozent niedriger ausgefallen.Es sei nicht zu erwarten, daß die Exportdynamik nach diesem Ausfall durch vermehrte Ausfuhren in andere Länder aufrechterhalten werden könne.

Im zweiten Halbjahr 1998 werde sich nicht nur die Situation in Ostasien selbst, sondern auch das deswegen langsamere Wachstum in Industrieländern negativ auf die deutschen Ausfuhren auswirken, argumentiert das DIW.Weil Großbritannien relativ abhängig von Geschäften mit der asiatischen Region sei, könnten von dort stärkere Dämpfer auf den wichtigen Handelspartner Deutschlands ausgehen.

Grund für die zurückgehenden Exporte nach Ostasien sei die sich immer klarer abzeichnende tiefe Rezession in der Region und die wegen der Wechselkurse schlechtere Position Deutschlands gegenüber Japan und den Krisenländern.Den unteren Wendepunkt in der Wirtschaftskrise hätten die meisten Länder Ostasiens noch nicht erreicht.Auch die Ausfuhren nach Mittel- und Osteuropa dürften im Laufe des Jahres deutlich langsamer wachsen.

Das Wachstum hierzulande werde ebenfalls durch den Import gedämpft, heißt es weiter.Die ostasiatischen Unternehmen begännen den Schock der Krise zu verarbeiten, "so daß die deutschen Importe aus dieser Region, wie es sich bereits im ersten Halbjahr 1998 andeutete, weiter kräftig zunehmen" würden, schreibt das DIW.Das habe sich bereits im ersten Halbjahr 1998 angedeutet.Die westlichen Industrieländer müssten die vermehrten Importe aus den Krisenländern hinnehmen.Ohne eine solche Exportoffensive der betroffenen asiatischen Länder bleibe das Wachstum dort sonst für längere Zeit unterbrochen.

Die deutschen Exporte in die Länder Thailand, Südkorea, Malaysia, Indonesien und die Philippinen seien von der Krise besonders betroffen und in der ersten Hälfte des laufenden Jahres um 31 Prozent eingebrochen, heißt es.Auch die Ausfuhr nach Japan sei gesunken.Der Export in die weniger betroffenen Länder Taiwan, Singapur und Vietnam habe im Winterhalbjahr 1997/98 stagniert und schwäche sich nun leicht ab.Einzig die Ausfuhren nach China einschließlich Hongkong stiegen weiter leicht.

Importiert werden aus Ostasien überwiegend Konsumgüter, insbesondere elektrotechnische Erzeugnisse, Strickwaren und Kleidung sowie feinmechanische und optische Erzeugnisse.Dabei dominiert bei Feinmechanik-Produkten Japan mit einem Anteil von insgesamt 40 Prozent an der gesamten deutschen Einfuhr aus Ostasien.Auch bei Büromaschinen und Datenverarbeitungs-Systemen ist Japan wichtigstes Importland für deutsche Unternehmen.Überragende Bedeutung bei der Lieferung von Strickwaren und Kleidung hat China einschließlich Hongkong.

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