Wirtschaft : Asiens Aktienmärkte in Turbulenzen

TOKIO/SEOUL (AFP/dpa).Zweifel an der Bereitschaft der USA und Japans, den weiteren Verfall des Yen zu stoppen, haben die japanische Währung am Montag auf den tiefsten Stand seit fast sieben Jahren fallen lassen.Der Yen rutschte am Montag unter die Marke von 137 Yen zum Dollar, den niedrigsten Wert seit August 1991.Am Freitag war er in New York noch mit 135,90 je Dollar bewertet worden.Händler erwarteten dennoch vorläufig keine Intervention der japanischen Zentralbank.Ausgelöst wurde die neue Talfahrt durch einen Bericht der Zeitschrift "US News and World Report", demzufolge US-Finanzminister Robert Rubin bereit sei, einen Kursverfall auf bis zu 150 Yen je Dollar hinzunehmen, falls dies der einzige Weg sein sollte, um einen Zusammenbruch der kränkelnden japanischen Wirtschaft zu vermeiden.Japans Ministerpräsident Ryutaro Hashimoto äußerte sich besorgt über den neuen Kursrutsch des Yen.

Japans Finanzminister Hikaru Matsunaga versuchte, den Erwartungen am Finanzmarkt entgegenzuwirken, und sagte der Nachrichtenagentur Kyodo News, die USA und Japan seien gleichermaßen besorgt über die Abwertung des Yen.Matsunaga wies darauf hin, daß ein niedrigerer Wert des Yen die japanischen Exporte verbilligen würde und damit den ohnehin bestehenden Zwist mit den USA über das japanische Handelsplus verschärfen könne.Hashimoto bedauerte den allgemeinen Vertrauensverlust in die japanische Wirtschaft.

Devisenhändler in Tokio rechneten am Montag mit einer weiteren Abwertung des Yen.Solange keine Anzeichen für eine Intervention der japanischen Zentralbank bestünden, würden Anleger wohl weiter Dollar kaufen, sagte ein Händler der Dresdner Bank.

Unterdessen ist die japanische Geschäftsbank Sakura Bank wegen hoher Abschreibungen auf Problemkredite im Geschäftsjahr 1997/98 (31.März) in die Verlustzone gerutscht.Wie die Sakura Bank am Montag mitteilte, ergab sich ein Nettoverlust von 220,516 Mrd.Yen (rund 2,98 Mrd.DM), nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 51,042 Mrd.Yen ausgewiesen wurde.Auch zwei der drei japanischen Banken, die ausschließlich langfristige Kredite vergeben, schrieben rote Zahlen.

Die Höhe der Abschreibungen auf faule Kredite bezifferte die Sakura für das Berichtsjahr auf 1,179 Billionen Yen.Zuvor hatten bereits die anderen japanischen Geschäftsbanken vor dem Hintergrund massiver Kredite, deren Rückzahlung fraglich geworden ist, für das zurückliegende Geschäftsjahr Verluste ausgewiesen.Das gleiche Schicksal erlitten die Industrial Bank of Japan (IBJ) und die Long-Term Credit Bank of Japan (LTCB), wie die Institute ebenfalls am Montag mitteilten.



Südkoreas Aktienmarkt ist am Montag auf den niedrigsten Stand seit elf Jahren gesunken.Obwohl die Finanzaufsicht vergangene Woche einige Beschränkungen für ausländische Investoren aufgehoben hatte, fiel der Kospi-Index bei Börsenschluß um 24,15 Punkte oder 6,78 Prozent auf 331,90 Zähler.Damit rutschte der Index auf den niedrigsten Stand seit dem 26.Februar 1987.Um ausländisches Kapital anzulocken und den Börsenhandel anzuregen, hatte die Aufsicht Regierungspläne bewilligt.Sie erlauben ausländischen Unternehmen, heimische Firmen auch vollständig zu übernehmen.Außerdem dürfen sie bis zu 30 Prozent Anteile (zuvor 25 Prozent) der größten staatlichen Unternehmen halten.Gerüchte über erneute Streiks und das zunächst zurückhaltende Verhalten ausländischer Investoren drückten dann jedoch wieder die Kurse.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben