Wirtschaft : Asiens Autobauer nehmen Europa ins Visier Hersteller planen im Osten erste Fabriken

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Frankfurt (Main) Asiens Autobauer drängen mit wachsendem Erfolg auf den europäischen Markt. Der japanische Autokonzern Toyota verkaufte von Januar bis September dieses Jahres auf dem alten Kontinent elf Prozent mehr Autos als im Vorjahreszeitraum. Der koreanische Hersteller Hyundai zielt mit seiner aggressiven Wachstumsstrategie vor allem auf Europa. Schon heute wächst hier keine Marke so schnell wie die Hyundai-Tochter Kia. Gleichzeitig müssen sich Europas Autobauer auch auf Konkurrenz aus China einstellen. Die dortige Autofirma Chery will eine Produktionsstätte in Osteuropa aufbauen. Man befinde sich in „fortgeschrittenen Verhandlungen“ mit mehreren osteuropäischen Ländern, heißt es in Unternehmenskreisen.

Wie Toyota am Montag mitteilte, setzten die Japaner in den ersten neun Monaten gut 715 000 Autos in Europa ab. Das ist für den nach General Motors zweitgrößten Autokonzern der Welt ein Rekordwert. Wegen des robusten Wachstums in Europa und auf dem US-Automarkt kündigte der japanische Konzern an, im laufenden Geschäftsjahr (bis 31. März 2005) mit 7,22 Millionen Fahrzeugen 20 000 Autos mehr als ursprünglich geplant zu verkaufen. Obwohl der operative Gewinn von Juli bis September leicht auf umgerechnet knapp 3,1 Milliarden Euro zurückging, hob Toyota-Chef Hiroshi Okuda die Gewinnprognose für das Gesamtjahr um 4,3 Prozent an. Der weltweit profitabelste Autokonzern will bis 2010 seinen Absatz in Europa um etwa 50 Prozent auf dann 1,2 Millionen Autos erhöhen.

Während Opel und Volkswagen auch auf ihrem europäischen Heimatmarkt unter einer Absatzkrise leiden, hat der koreanische Hyundai-Konzern mit seiner Entscheidung, in der Slowakei ein Autowerk bauen zu wollen, den Wettbewerbsdruck erhöht. Vor allem durch eine Absatzsteigerung auf dem bereits jetzt unter Überkapazitäten leidenden europäischen Markt wollen die Koreaner bis Jahresende zu den fünf größten Autoherstellern der Welt aufsteigen. Schon heute teilen Japaner und Koreaner ein Sechstel des europäischen Marktes zwischen sich auf.

Jetzt bereiten sich auch die ersten chinesischen Automobilfirmen auf den Sprung nach Europa vor. In spätestens fünf Jahren will der chinesische Autokonzern Chery nach den Worten seines Chefingenieurs Xu Min mit niedrigen Lohnkosten in Osteuropa Autos bauen.

Während Japaner und Koreaner noch zehn Jahre gebraucht hätten, um ihre Marken in Europa zu verankern, wollten die Chinesen deutlich schneller zum Ziel kommen, sagte Xu Min. Vor dem jüngsten Vorstoß von Chery hatte bereits Chinas größter Autoherstellers Shanghai Automotive Industry (SAIC) angekündigt, zusammen mit der britischen MG Rover eine Autofabrik in Polen kaufen zu wollen. mg/hof/hz/HB

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