Wirtschaft : Asiens Börsen stürzen auf Jahrestief

Malaysia in Schwierigkeiten / Talfahrt auch in Hongkong, Thailand und auf den Philippinen

SINGAPUR (rtr).Die Finanzmärkte Südostasiens sind am Donnerstag auf neue Tiefststände abgestürzt.Dabei erlebte die Aktienbörse in Hongkong den fünftgrößten Verlust ihres Hang-Seng-Index seit Bestehen der Börse, während der Aktienmarkt in Manila die ausgeprägtesten Tagesverluste seit zehn Jahren einstecken mußte.Händler machten für die Turbulenzen, neben der anhaltenden Verunsicherung nach der Wirtschaftskrise Thailands vor allem den Sturz des malaysischen Ringgit auf historische Tiefs sowie Zins- und Wachstumsängste der Anleger in der Region verantwortlich. Für den Sturz des Ringgit seien zunehmende Besorgnisse der Investoren über ein mögliches Handelsbilanzdefizit Malaysias im Juli sowie eine unerwartete am Mittwoch abend von der Börse in Kuala Lumpur verfügte Einschränkung des Handels in führenden Aktien verantwortlich, erklärten Händler in Singapur.Die malaysische Landeswährung habe innerhalb der letzten Woche fünf Prozent ihres Wertes verloren.Die Aktienbörse in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur erlebte dabei einen der schwärzesten Tage ihrer Geschichte.Der marktführende Composite-Index schloß um 4,22 Prozent niedriger. In Hongkong brach der Hang-Seng-Index der marktführenden Titel um 4,23 Prozent ein.Händlern zufolge trugen hier höhere Interbankenzinsen und der Verfalltermin der August-Terminkontrakte zu dem Kurssturz bei.Zudem hätten die Turbulenzen der Märkte der gesamten Asien-Pazifik-Region zur Nervosität der Investoren beigetragen.Die philippinische Aktienbörse erlitt ihren stärksten Kurseinbruch seit zehn Jahren.Davon wurde auch die Landeswährung Peso in Mitleidenschaft gezogen, die sich mit rund 30 Peso je US-Dollar nur knapp über ihren Rekordtief bewegte.Händler sagten, rückläufige Wachstumszahlen hätten zu panikartigen Verkaufswellen geführt.Der Hauptindex der Börse Manila brach 9,28 Prozent ein.Neben dem rückläufigen Wachstumsraten im ersten Halbjahr seien die Anleger von der Nachricht verschreckt worden, daß die Notenbank ihre Liquiditätsreserven erhöht habe.Dieser Schritt habe Zinsängste ausgelöst.Die Börse in Bangkok schloß sich der Entwicklung der übrigen Märkte der Region an.Unter dem Eindruck der schwachen Landeswährung Baht und der innenpolitischen Probleme verlor der SET-Index 2,29 Prozent.

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