Wirtschaft : Asiens Finanzmärkte kommen zur Ruhe

IWF-Kredit stabilisiert / Malaysias Ministerpräsident warnt vor neuem Imperialismus

SINGAPUR (dpa).Die Aktien- und Devisenmärkte in Asien haben die Woche mit kräftigen Gewinnen begonnen und zeigten sich am Montag vor allem durch das Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Indonesien beruhigt.Die Regierung in Jakarta begann unterdessen mit der Umsetzung einiger Reformmaßnahmen, wie sie IWF, Weltbank und Asiatische Entwicklungsbank (ADB) im Gegenzug für das 23 Mrd.Dollar umfassende Kreditpaket gefordert hatten. An der Börse in Hongkong legte der Hang-Seng-Index nach einer Woche extremer Schwankungen 631,33 Punkte oder 5,9 Prozent zu und schloß bei 11 255,11 Punkten.In Singapur kletterte der STI-Index um 117,88 Punkte oder 7,5 Prozent auf 1703,95 Punkte.Kuala Lumpur legte um fast 8 Prozent zu, Jakarta, Bangkok und Manila verbesserten sich nur geringfügig.In Taiwan schloß der Index mit 7646,35 Punkten, einem Plus von 4,55 Prozent.Tokio war wegen eines Feiertages geschlossen. Auch die asiatischen Währungen notierten durchweg fester zum US-Dollar, nachdem die Zentralbanken Singapurs, Japans und Indonesiens zugunsten der indonesischen Rupiah intervenierten."Die Abwertung der Rupiah in den letzten Monaten war exzessiv", erklärte dazu das Finanzministerium in Singapur.Die indonesische Währung hat seit Juli fast 50 Prozent zum US-Dollar verloren.Am Montag verbesserte sich der Kurs der Rupiah auf 3255 (Freitag: 3450) Rupiah je Dollar. Malaysias Ministerpräsident Mahathir Mohamad warnte unterdessen vor einem "neuen Imperialismus" auf den Weltfinanzmärkten und forderte erneut Regeln für den Devisenhandel.Bei der Eröffnung des dreitägigen Gipfeltreffens von 15 Entwicklungs- und Schwellenländern (G15) in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur am Montag bezeichnete Mohamad das jetzige System als "unethisch" und "unfair".Mahathir sagte, ein Welthandelssystem könne nicht allein auf den Kräften des Marktes beruhen.Andere Staats- und Regierungschefs warnten vor den Risiken von Globalisierung und der Zunahme des freien Handels für die Länder.Der Präsident von Simbabwe, Robert Mugawe, befürchtete, Afrika werde durch diese Entwicklungen ins Abseits gedrängt.Indonesiens Präsident Suharto schlug vor, die Vereinten Nationen sollten die wirtschaftliche Globalisierung "managen".

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