Wirtschaft : Asiens Fluggesellschaften in heftigen Turbulenzen

Smog und Währungskrise machen den Airlines zu schaffen

KUALA LUMPUR (mg/HB).Für Asiens Fluggesellschaften sind harte Zeiten angebrochen.Der Smog im Herbst hat Tausende von Flugausfällen verursacht und die Touristen abgeschreckt.Die Währungsturbulenzen haben die Treibstoffkosten in die Höhe getrieben.Einige Airlines schränken bereits auf lokalen Routen den Service ein und erhöhen die Preise.Nicht alle Konkurrenten werden unbeschadet diese Turbulenzen überstehen.Das Centre for Asia Pacific Aviation in Sydney sagt mindestens drei Fluggesellschaften in Asien das Aus voraus.Namen werden nicht genannt, kursieren jedoch schon länger in der Branche.Als Wackelkandidaten gelten Taiwans Eva Air, Südkoreas Asiana Airlines und Ansett Australia.Der Verband der Asien-Pazifik-Fluggesellschaften hat vor wenigen Tagen für seine 18 Mitglieder einen Gewinnrückgang von 25 Prozent in den zurückliegenden 12 Monaten gemeldet.Mit am härtesten scheint es Cathay Pacific zu erwischen.Cathay leidet unter dem Einbruch der Touristenzahlen in Hongkong ­ Minus 25 Prozent auf Jahresbasis ­ sowie unter dem rapiden Kursverfall der Tigerwährungen in Südostasien.Japanische Touristen fliegen statt Hongkong lieber billigere Destinationen weiter südlich an, während die Gäste aus Malaysia, Thailand, Indonesien und Singapur kaum noch buchen, weil die Ex-Kolonie für sie wegen des stabilen Hongkong-Dollars zu teuer geworden ist.Cathays Gewinn im ersten Halbjahr, das bis September dauerte, ging um 35 Prozent zurück.Das Passagieraufkommen sank im September um ein Fünftel, die Auslastung der Sitzplätze brach um 12 Prozent ein. Hart getroffen wird auch Garuda.Die indonesische Gesellschaft hat nicht nur rund 1000 Flugausfälle wegen der Waldbrände in Sumatra und Kalimantan zu verkraften, sondern auch den Absturz einer Linienmaschine vor zwei Monaten.Garuda kämpft mit einem Imageproblem und darüber hinaus mit der Tatsache, daß die Flugpreise von der Regierung festgesetzt werden.Garuda muß die Tickets deutlich billiger anbieten als die internationale Konkurrenz. Beim Konkurrenten Malaysian Airlines scheint sich der Schaden dagegen in Grenzen zu halten.Er mußte smogbedingt zwar 924 Flugausfälle wegstecken, doch der Verlust wird nur mit umgerechnet rund 3,5 Mill.DM beziffert, weil vor allem wenig profitable Inlandsflüge ausfielen.Malaysian kämpft gegen die Flaute nun mit Sonderangeboten an.Im Nachbarland Thailand scheint die führende Fluggesellschaft ebenfalls Schrammen abzubekommen.Die Abwertung des Baht hat nach Firmenangaben seit dem 2.Juli Zusatzkosten von rund 80 Mill.DM verursacht.Erstmals in diesem Jahrzehnt sind im Juli die Passagierzahlen aus Thailand heraus zurückgegangen, um 30 Prozent.Die Regierung hat alle Staatsgesellschaften, darunter Thai Airways, angewiesen, die Kosten um 5 Prozent zu senken und die Ticketpreise einzufrieren. Vergleichsweise gut scheint sich Singapore Airlines (SIA) aus der Affäre zu ziehen.Infolge der Buschbrände mußten nur neun Flüge gestrichen werden.SIA profitiert auch vom weiterhin steigenden Frachtumschlag auf dem Flughafen Changi.Trotzdem denkt die Geschäftsleitung darüber nach, wie die Effizienz weiter erhöht werden kann.McKinsey durchleuchtet derzeit die Gesellschaft, um Schwächen aufzudecken und Ansatzpunkte für eine Straffung zu finden.

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