Wirtschaft : Asiens Märkte kommen nicht zur Ruhe

Erneuter Kursrückgang in Hongkong / Neue Spekulationen erwartet

­HONGKONG (rtr/cr/sz/HB).Der erneute Kurseinbruch an der Hongkonger Börse hat am Montag die Aktienpreise in Fernost und Europa stark fallen lassen.Die Spitzenwerte in der chinesischen Sonderverwaltungszone büßten mit einem Verlust von fast 6 Prozent ihre Kursgewinne vom vergangenen Freitag fast vollständig ein.Vor allem ausländische Anleger hätten angesichts der Währungsspekulationen und der Furcht vor einem Einbruch des Immobilienmarktes massiv Geld aus Hongkong abgezogen, sagten Händler.Das Börsenbarometer in Tokio fiel auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren. In Hongkong fiel der Hang-Seng-Index um 5,8 Prozent auf 10 498,20 Punkte.In der vergangenen Woche hatten die Spitzenwerte in der ehemaligen britischen Kronkolonie bereits rund 18 Prozent an Wert verloren.Dabei hatte es dramatische Kursschwankungen gegeben.Am vorigen Donnerstag waren die Kurse um über 10 Prozent abgestürzt, hatten am Freitag aber rund 7 Prozent gut gemacht. Spekulative Verkäufe des Hong-Kong-Dollar hatten zu den Kurseinbrüchen maßgeblich beigetragen.Hongkongs Finanzminister Donald Tsang bekräftigte am Montag, die Verwaltung werde an der Koppelung festhalten.Verwaltungschef Tung Chee Hwa hat bereits erklärt, Hongkong verfüge über Devisenreserven von 88 Mrd.US-Dollar.Viele Währungen in Fernost haben seit Juli bereits erheblich an Wert verloren.Allein der Hongkong-Dollar ist noch an die US-Devise gekoppelt, was ihn zum bevorzugten Ziel für Spekulanten macht.Händler sagten einen neuen Angriff auf ihn voraus. Auch die koreanischen Finanzmärkte standen am Montag unter Druck.Die Aktienbörse in Seoul schloß mit einem Minus von 3,28 Prozent.Die Landeswährung Won fiel nach massiven spekulativen Verkäufen trotz Gegenmaßnahmen der Notenbank auf ein Rekordtief von 942 Won je Dollar.Der Singapur-Dollar rutschte ebenfalls ab.In Tokio fiel der Nikkei-Index um 1,87 Prozent auf 17 038 Punkte, den niedrigsten Stand seit dem 14.August 1995. Malaysia und Indonesien kündigten unterdessen ein gemeinsames Vorgehen gegen internationale Spekulanten an.Auch Chinas Finanzminister Liu Zhongli deutete Konsequenzen an.In einem Gespräch im Finanzministerium in Peking sagte Liu, die Öffnung der Finanzmärkte Chinas solle im gegenwärtigen Reformprogramm nur unter der Voraussetzung einer "einwandfreien Überwachung" seitens der Aufsichtsbehörden erfolgen.Eine zu schnelle Öffnung des Banken- und Finanzsektors in China würde nur zum "Auftreten der Probleme führen, die wir in Südostasien gesehen haben", meinte der Minister.

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