Wirtschaft : Aspirin und Alka Seltzer in die USA

Über die Zukunft des Bayer-Erfolgsprodukts Aspirin, aber auch über die Kopfschmerztablette Alka Seltzer und den Mückenschutz Autan wird künftig nicht mehr in Deutschland, sondern in den USA entschieden. Der Leverkusener Chemiegigant Bayer kündigte am Montag an, er werde die Zentrale des Geschäftsbereichs Consumer Care zum 1. Mai vom Rhein ins nordamerikanische Morristown verlegen. Der Bereich ist weltweit für das Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten und Haushaltsinsektiziden zuständig.

Das Unternehmen begründete den Schritt mit der überragenden Bedeutung des nordamerikanischen Marktes für diesen Geschäftsbereich. Rund 50 Prozent des Gesamtumsatzes des Geschäftsbereichs von rund 1,7 Milliarden Euro (3,3 Milliarden Mark) seien 1999 in der Region einschließlich Kanada, Mexiko und Zentralamerika erzielt worden. Von den insgesamt 5300 Mitarbeitern der Sparte seien heute schon rund 2000 in der Region tätig.

Consumer Care ist damit der zweite Geschäftsbereich, der nicht mehr aus der Firmenzentrale in Leverkusen, sondern aus den USA gelenkt wird. Bayer Diagnostics ist seit seiner Gründung in Tarrytown, New York, beheimatet. Dennoch betonte ein Unternehmenssprecher, die Verlegung der Firmenzentrale nach Morristown sei ein "singulärer Schritt, nicht der Beginn einer Kette". Betroffen seien in Leverkusen auch nur etwa 20 Stellen.

Neuer Leiter des Geschäftsbereichs Consumer Care wird mit dem Umzug der Amerikaner Gary Balkema, bisher Leiter der Region Nordamerika. Damit sind die Spitzenpositionen aller drei Geschäftsbereiche des Arbeitsgebietes Gesundheit der Bayer AG international besetzt.

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