Wirtschaft : Asterix wird Börsianer

Heute Aktien-Einführung in Paris trotz Börsen-Baisse / Zweiter Anlauf nach 1996

PARIS (dpa).Der Zaubertrank wird draußen bleiben müssen, wenn der gallische Comic-Held Asterix an diesem Freitag ein neues Abenteuer in der Welt von Spekulation und Aktienindizes beginnen wird.Auf dem Kurszettel des Zweiten Marktes der Pariser Börse soll der Name des weltweit bekannten Helden ab sofort eine bekannte Größe werden.Auch wenn die Pariser Börse am Donnerstag im Sog der asiatischen Börsenplätze stark zur Baisse tendierte, sollen nun 63,2 Prozent des Kapitals breit gestreut werden.Der vor den Toren der französischen Hauptstadt gelegene "Parc Asterix" will sich durch den Börsengang im Kampf gegen das benachbarte Disneyland Paris wappnen. Das kleine Dorf am Rande der Autobahn A1 - nicht weit vom Pariser Großflughafen Charles de Gaulle entfernt - erhofft sich so einen höheren Bekanntheitsgrad im internationalen Tourismus.Zwar hat der Freizeitpark in diesem Jahr während seiner Saison von April bis Oktober mit 1,9 Millionen Gästen 200 000 Besucher mehr als Vorjahr gezählt.Doch im Vergleich zum ebenfalls börsennotierten US-Konkurrenten ist der Asterix-Park, der den Besucher humorvoll und spielerisch von der Antike ins Frankreich von heute führt, ein wirtschaftlicher Zwerg geblieben.Kein Wunder, daß der Park in wirtschaftliche Schieflage geriet, als 1992 Disneyland Paris die Pforten öffnete.Doch seit 1994 Rekapitalisierung und Restrukturierung für neuen Schwung sorgten, scheffelt Asterix wieder Sesterzen.Zwar sind die Geldspeicher nicht so gut gefüllt wie im Imperium Dagobert Ducks, doch brachte es der Freizeitpark 1996 bei 303 Mill.Franc (90 Mill.DM) Umsatz auf 15 Mill Franc (4,5 Mill.DM) Gewinn.Und: Die Schulden wurden innerhalb von vier Jahren von 424 auf 96 Mill.Franc abgebaut.In der gleichen Zeit stiegen die Eigenmittel von 95 auf 327 Mill.Franc - der Park präsentiert sich also in blendender Form. Schon vor einem Jahr war der Börsengang geplant, bei die drei Haupteigner - das Finanzinstitut Barclays Bank, die Accor-Hotelgruppe sowie der Mischkonzern Compagnie Generale des Eaux - ihren bisher 61prozentigen Anteil auf je sechs bis acht Prozent reduzieren wollen.1996 war der Aktienverkauf wegen der schlechten Stimmung der Börsen verschoben worden.

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