Wirtschaft : Aston Martin sucht einen Käufer

Britische Nobelmarke verhandelt mit Investoren, will aber keinen Autokonzern

Anselm Waldermann

Berlin - Die britische Ford-Tochter Aston Martin soll schon bald eine neue Eigentümerstruktur bekommen. „In den nächsten Monaten ist es so weit“, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, Ulrich Bez, dem Tagesspiegel am Sonntag. Derzeit führe er Gespräche mit mehreren seriösen Bietern. Neben einigen Banken hätten auch Liebhaber der Luxusmarke Interesse gezeigt. „Wir wollen aber einen strategischen Partner, da kommt nicht jeder in Frage“, sagte Bez.

Aston Martin ist weltweit als James-Bond-Auto bekannt. Nach einem kurzen Intermezzo mit BMW fährt der neue Bond-Darsteller Daniel Craig nun wieder das britische Original – zu sehen in „Casino Royale“ ab November. Der amerikanische Mutterkonzern Ford will sich allerdings von Aston Martin trennen.

Bisher war spekuliert worden, dass die Geschäftsführung die Luxusmarke selbst übernehmen werde. Dieser Darstellung widersprach Bez. „Es wird kein Management-Buy-out im klassischen Sinn“, sagte er auf einer Veranstaltung des Bundesverbands Junger Unternehmer in Berlin. „Wir suchen eine Lösung, bei der das Management ein Teil der Eigentümerstruktur sein kann.“ Den anderen Teil solle ein externer Investor übernehmen.

Ford wiederum soll sich nach Bez’ Plänen nicht ganz aus dem Unternehmen zurückziehen. „Wir möchten, dass Ford mit einem kleineren Anteil an Aston Martin beteiligt bleibt“, sagte er dieser Zeitung. Aus diesem Grund habe es nur wenig Sinn, wenn der gesuchte Investor ein weiterer Autokonzern wäre. Nach einer langen Durststrecke ist Aston Martin seit zwei Jahren wieder profitabel. In diesem Jahr wird das Unternehmen Bez zufolge „etwas mehr als 6000“ Fahrzeuge absetzen. „Wir haben volle Auftragsbücher.“ Das spürt auch der Vertrieb: Bis 2008 soll die weltweite Zahl der Händler von 125 auf 149 steigen. Eine nennenswert höhere Produktion werde es aber nicht geben, versicherte Bez. „Wir werden auf keinen Fall ein Massenhersteller, wir bleiben exklusiv.“

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