Wirtschaft : Astra-Export in die USA gefährdet

Neuer GM-Tarif könnte Opel betreffen

Berlin - Die Zugeständnisse von General Motors (GM) an die US-Gewerkschaft UAW wird womöglich negativ auf die Opel-Werke durchschlagen. In dem Vertrag, den die Opel-Mutter kürzlich geschlossen hat, verpflichtet sich GM unter anderem dazu, höchstens drei Werke in den USA zu schließen und keine weiteren US–Standorte zu verkaufen oder „leer laufen“ zu lassen. Die Produktionskapazität von GM ist in den USA damit quasi eingefroren. Der Gelsenkirchener Automarktforscher Ferdinand Dudenhöffer befürchtet nun, dass ein weiterer Nachfragerückgang bei General Motors zu Überkapazitäten in den amerikanischen Werken führen könnte, was negative Auswirkungen für die deutschen GM–Standorte hätte: Der im Sommer angekündigte Export des Opel-Modells Astra nach Nordamerika drohe zu platzen. „Es stellt sich die Frage, ob der Astra nicht besser gleich in den USA produziert werden kann“, sagte Dudenhöffer.

Nach seinen Berechnungen lohne sich ein Export des Astras auch wegen des schwachen Dollars im Verhältnis zum Euro nicht. Der Druck auf die deutschen GM–Werke wird sich laut Dudenhöffer zusätzlich verstärken, weil General Motors mit der Gewerkschaft niedrige Lohnkosten vereinbart habe. GM darf neues Personal für umgerechnet 11,30 Euro Stundenlohn einstellen. „Das ist fast das Lohnniveau von Polen“, so Dudenhöffer. Dieser Tarif sei ein erheblicher Wettbewerbsvorteil gegenüber den deutschen Lohnkosten.

GM verliert auf seinem Heimatmarkt seit Jahren Marktanteile an seinen schärfsten Konkurrenten Toyota. Ein Ende dieser Tendenz sei derzeit nicht zu erkennen. In Deutschland beschäftigt GM rund 27 000 Mitarbeiter, der überwiegende Teil davon bei Opel. jpe

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