Wirtschaft : AT & T: Dritte Aufspaltung

Die Operation "Grand Slam" ist bereits die dritte Aufspaltung in der 125-jährigen Geschichte des US-Telefonkonzerns AT & T. Die erste im Jahre 1984 war alles andere als freiwillig: Damals wurde das einstige Monopolunternehmen American Telephone & Telegraf unter Aufsicht des US-Kartellamtes zerschlagen. Die sieben Betriebsgesellschaften für den Nahverkehrsgesprächsbereich (baby bells) wurden von der Konzern-Mutter (Ma Bell) abgespalten und waren fortan selbstständige Unternehmen. Von den ursprünglich über einer Million Mitarbeitern blieben AT & T gerade 373 000.

Die nächste Restrukturierung der größten US-Fernsprechgesellschaft in drei getrennte Unternehmen war freiwillig. 1996 löste At & T die Forschungszentrale Bell Laboratories aus dem Unternehmen heraus und stellte sie unter dem Namen Lucent Technologies auf eigene Füße. Gleichzeitig verkaufte der Konzern die erst 1991 erworbene Computerfirma NCR, mit der AT &T eigentlich ins Computergeschäft einsteigen wollte. Ein drittes Kommunikations-Service-Unternehmen verblieb bei AT & T. Am 30. September 1996 wurde Lucent unabhängig, NCR folgte am 1. Januar 1997.

AT & T, das sich bisher auf Ferngespräche konzentriert hatte, versuchte nun wieder, alle Marktsegmente zu integrieren. Die neue Linie gab der neue Vorstandschef C. Michael Armstrong 1997 vor: "Wir formen AT & T von einem Ferngesprächsunternehmen in ein "any-distance-Unternehmen um" - also von einem Unternehmen, das sich bislang auf den heimischen US-Markt konzentriert hatte, zu einem global agierenden Weltkonzern.

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