Wirtschaft : Atomausstieg kostet 1,2 Milliarden Gewinn von Vattenfall sinkt um 21 Prozent

Berlin - Jetzt ist es amtlich: 2011 war ein schwarzes Jahr für den staatlichen schwedischen Energiekonzern Vattenfall. Als seine Ingenieure gerade daran arbeiteten, die beiden deutschen Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel nach diversen Pannen endlich wieder ans Netz zu bringen, damit Vattenfall damit täglich rund eine Millionen Euro verdienen kann, kam die Katastrophe im fernen Japan. Der Bundesregierung beschloss einen Atomausstieg, schnell war klar: Vattenfalls einst strahlende Gewinnbringer haben keine Zukunft.

Am Donnerstag präsentierte der Konzern dem Eigentümer in Stockholm die Quittung für das deutsche Akw-Aus, das das Ergebnis im Gesamtjahr mit 10,5 Milliarden Kronen (1,19 Milliarden Euro) belastete. Über alle Geschäftsbereiche hinweg brach der Gewinn um 21 Prozent auf 10,4 Milliarden Kronen (1,18 Milliarden Euro) ein. Der Umsatz schrumpfte um 15 Prozent auf 181 Milliarden Kronen (20,5 Milliarden Euro).

Doch Vattenfall wehrt sich: Bereits im Herbst hatte das Unternehmen gedroht, die Bundesregierung vor einem US-Gericht wegen der Entscheidung zu verklagen. Außerdem verschärfte die zentrale ihr Sparprogramm – und das mit einer größeren Wirkung als erwartet, teilte Konzernchef Øystein Løseth mit. Man habe die jährlichen Fixkosten bereits um vier Milliarden Kronen (453 Millionen Euro) gesenkt und Geschäftsbereiche, etwa in Finnland, im Gesamtwert von 37 Milliarden Kronen (4,19 Milliarden Euro) verkauft. Angesichts der ganzen Sonderbelastungen sei er mit dem Ergebnis zufrieden, schrieb Løseth. kph

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