Wirtschaft : Atomwirtschaft glaubt an längere Akw-Laufzeiten

Berlin - Die deutschen Betreiber von Kernkraftwerken sind optimistisch, wegen der Klimadebatte ihre Kraftwerke länger nutzen zu können. „Überall gibt es eine Renaissance der Kernkraft“, sagte Walter Hohlefelder, Vorstand von Eon Energie, am Mittwochabend in Berlin. Hohlefelder, der auch als Präsident des Deutschen Atomforums fungiert, stellte ein Papier vor mit dem Titel „Warum Deutschland nicht aussteigen wird“. Seit dem vergangenen Jahr habe er beobachtet, dass das Thema in der EU aufgeschlossener diskutiert wird, weil Strom aus Kernenergie ohne CO2 produziert werde und anders als erneuerbare Energien auch grundlastfähig sei. Gut ein Viertel des in Deutschland verbrauchten Stroms stammt aus einem Kernkraftwerk.

Als Beispiel für den Stimmungswandel führte Hohlefelder Großbritannien an. Dort entschloss sich die Regierung kürzlich zum Bau neuer Akws, weil sich „in drei oder vier Jahren die Stimmung in der Labourpartei gedreht hat“. Auch in Deutschland, auch in der SPD sei so etwas möglich. „Am Ende werden sich die Rationalität und der Zwang durchsetzen, in der Kernenergie zu bleiben“, glaubt der Atommanager.

Das deutsche Atomgesetz sieht die Abschaltung des letzten Akws hierzulande im Jahr 2022 vor. Dieser Ausstieg sei im Jahr 2000 aber in einem Umfeld verhandelt und festgeschrieben worden, in dem Klimawandel und Versorgungssicherheit keine großen Themen gewesen seien. Inzwischen sei jedoch der Ausstoß von CO2 und ferner die Abhängigkeit vom russischen Gas in aller Munde.

Nach Angaben Hohlefelders wird durch die derzeit in Deutschland laufenden Kernkraftwerke eine CO2-Ausstoß in Deutschland von 160 Millionen Tonnen pro Jahr vermieden, weltweit sogar 2,5 Milliarden Tonnen. Allein in Deutschland werden jährlich 800 Millionen Tonnen des Klimagiftes in die Luft geblasen. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu reduzieren, sei ohne Kernkraft nicht erreichbar, glaubt Hohlefelder. In anderen Länder sei das längst erkannt: Die Russen etwa planten derzeit zehn neue Atomkraftwerke, in Japan seien es zwölf und in den USA sogar 25. alf

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