Wirtschaft : ATU geht noch vor der Postbank an die Börse Auto-Teile-Unger ab 16. Juni auf dem Parkett

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Weiden / Berlin Die Werkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU) will am 16. Juni an die Börse gehen. Die Angebotsfrist starte an diesem Freitag und laufe bis zum 14. Juni, teilte das Unternehmen am Montag im bayerischen Weiden mit.Ursprünglich hatte ATU den Börsengang erst für das dritte Quartal 2004 geplant. Nun nutzt das Unternehmen die Bugwelle des Börsengangs der Postbank.

Die Preisspanne werde am Donnerstag bekannt gegeben. Dann soll auch der Verkaufsprospekt vorliegen. Der endgültige Preis werde am 15. Juni feststehen. Zuletzt hatte es in Finanzkreisen geheißen, bezogen auf den von Banken geschätzten Unternehmenswert nach der Emission von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro könnte die Preisspanne für die Aktien 26,60 Euro bis 30,70 Euro betragen. Die Werte könnten sich aber noch verändern.

Mit dem eingesammelten Geld von schätzungsweise einer Milliarde Euro will ATU vor allem Schulden reduzieren, ein großer Teil fließt jedoch in die Kassen der Altaktionäre. So sollen Gesellschafterdarlehen in Höhe von rund 275 Millionen Euro abgelöst und Bankkredite in Höhe von derzeit 491 Millionen Euro reduziert werden. Mehrheitsaktionär ist bislang das britische Beteiligungsunternehmen Doughty Hanson und zu knapp einem Fünftel der Gründer Peter Unger.

Die Werkstattkette strebt einen Platz im M-Dax an. ATU wäre damit nach dem Fahrradbauer Mifa und dem Bankautomaten- und Kassenhersteller Wincor Nixdorf das dritte deutsche Unternehmen, das nach zwei Jahren wieder den Gang auf das Parkett wagt. Die Postbank hatte erst den 21. Juni als Termin für den Sprung aufs Parkett angekündigt. Bei der Aktienausgabe will ATU sowohl Privatanleger wie auch institutionelle Investoren erreichen.

ATU war 1985 in Weiden gegründet worden und hat sich seitdem nach eigenen Angaben zur größten herstellerunabhängigen Werkstattkette in Deutschland entwickelt. ATU hat mehr als 12000 Mitarbeiter. Die Fachmarktkette erzielte mit über 450 Filialen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis (Ebitda) von 203 Millionen Euro. Wegen der Bedienung der hohen Schulden verbuchte das Unternehmen allerdings unter dem Strich nur einen knappen Überschuss von drei Millionen Euro. dpa/dr

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