Wirtschaft : ATU

Bei der Werkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU) scheint normalerweise im Winter die Sonne. Das Geschäft mit Winterreifen, Frostschutzmitteln und anderen Vorkehrungen für die kalte Jahreszeit macht für das Unternehmen mit knapp 13 500 Mitarbeitern in 600 europaweiten Filialen von jeher etwa ein Drittel des Umsatzes aus. Doch in den beiden vergangenen Jahren ließ der Winter aus ATU-Sicht zu Wünschen übrig: Die Temperaturen sanken zu wenig und die Umsätze zu stark – nach Unternehmensangaben jedes Jahr um knapp 15 Prozent.

Im Frühjahr 2008 konnte ATU seine Kredite nicht mehr bedienen, und die Eigentümer – die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) und Doughty Hanson – mussten ATU mit 140 Millionen Euro vor der Insolvenz retten. 350 Arbeitsplätze wurden daraufhin abgebaut, im Sommer folgten weitere 600. Der kommende Winter droht nun zu einer konjunkturellen Eiszeit zu werden. ATU ist derzeit mit 600 Millionen Euro verschuldet, eine Milliarde Euro hatte KKR der Kette im Jahr 2004 aufgebürdet.

Ob die Investoren auch zu einer erneuten Rettung bereit und in der Lage wären, sei bei ATU kein Thema, versichert Sprecher Markus Stadtler. „Dass die Situation für Private-Equity-Firmen schwieriger wird, macht uns keine Sorgen.“ Immerhin gehört KKR zu den Großen der Branche, fast 50 Unternehmen besitzt der Investor weltweit oder ist wesentlich an ihnen beteiligt. Doch auch hier gibt es schlechte Nachrichten: Für das erste Halbjahr 2008 meldete KKR gut eine Milliarde Dollar Verlust. Der für dieses Jahr geplante Börsengang wurde – bereits zum zweiten Mal – verschoben. Ob das Auswirkungen auf die Unternehmensführung haben wird, ist unklar. „Die Geschäfte laufen grundsolide“, heißt es aus dem Umfeld von KKR. dcl

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