Wirtschaft : Auch Audi beendet die Rekordfahrt

Erstmals nach neun Jahren sinkt der Umsatzbei Audi, BMW dagegen ist nach wie vor optimistisch

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Ingolstadt/Detroit/Berlin (nad/alf/dpa). Die Rekordfahrt der VW-Tochter Audi ist zu Ende. Im ersten Halbjahr 2002 verzeichnete Audi erstmals seit neun Jahren einen Umsatzrückgang um 1,6 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro, teilte Konzernchef Martin Winterkorn am Dienstag mit. Der Gewinn nach Steuern brach sogar um 18 Prozent auf 386 Millionen Euro ein. „Die Leistungsfähigkeit des Unternehmens wird in diesem Jahr auf eine besondere Probe gestellt“, sagte Winterkorn.

Dafür verantwortlich seien neben der Branchenflaute auch hohe Vertriebs- und Entwicklungskosten sowie Einbußen bei der italienischen Importeursgesellschaft Autogerma. In den ersten sechs Monaten sank das Ergebnis vor Steuern um 17 Prozent auf 565 Millionen Euro.

Dagegen rechnet BMW-Chef Helmut Panke trotz der Konjunkturschwäche in den USA und Europa für dieses Jahr mit höheren Absatzzahlen. Der BMW-Vorstandsvorsitzende gab sich in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ am Montag in Detroit für den weiteren Jahresverlauf optimistisch. Die Marke BMW, ohne Mini, habe in diesem Jahr weltweit bisher um 4,5 Prozent und in den USA um acht Prozent zugelegt. BMW werde im laufenden Jahr mehr als eine Million Autos verkaufen.

Panke erwartet nach Angaben der Zeitung einen höheren Absatz und ein besseres Finanzergebnis. In den USA soll der BMW-Absatz in diesem Jahr um rund acht Prozent wachsen. Panke sagte ferner, die Jahreskapazität des US-Werkes in Spartanburg (South Carolina) solle von 120 000 auf 150 000 Stück erhöht werden. BMW will nach seinen Angaben den Absatz bis 2007 auf 1,3 Millionen Autos erhöhen. Dazu sollen der neue X3-Geländewagen, die Fünfer-Reihe, die neue Sechser-Reihe und im Jahr 2004 die neue Einser-Reihe beitragen. Die BMW-Aktie profitierte von Pankes Prognose und legte bis zu Börsenschluss über sechs Prozent zu. Auch die anderen Dax-Autowerte notierten positiv: VW verteuerte sich um 6,9 und Daimler-Chrysler um 9,34 Prozent.

Audi besser als der Markt

In den ersten sechs Monaten des Jahres schnitt Audi auf den wichtigsten Märkten nach den Worten Winterkorns besser ab als der Gesamtmarkt. So habe der Konzern den Marktanteil in Deutschland um 0,3 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent verbessert. Besonders starke Zuwächse verzeichnete Audi im ersten Halbjahr in Japan (73,3 Prozent) und Großbritannien (28 Prozent). In den USA dagegen ging die Zahl der Neuzulassungen um 2,6 Prozent zurück. Für die zweite Jahreshälfte erwartet Audi keine besseren Rahmenbedingungen. Im Gesamtjahr soll der Gewinn nach Worten von Finanzvorstand Peter Abele aber „zumindest im Bereich des Vorjahres“ liegen. Dabei will der Konzern auch auf breiter Basis Kosten senken. Ein Stellenabbau ist Abele zufolge aber nicht zu erwarten. Im ersten Halbjahr sank die Zahl der Mitarbeiter leicht auf 50783.

Vor einer Woche hatte die Audi-Mutter VW die Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt und die Gewinnprognose für das Gesamtjahr nach unten reduziert. Der Konzern rechnet nun mit einem Gewinn vor Steuern von vier Milliarden Euro, das sind zehn Prozent weniger als ursprünglich veranschlagt. Der Umsatz von VW war im ersten Halbjahr um 3,2 und der Gewinn um 4,1 Prozent gesunken. Der Absatz der Konzernmarken VW, Audi, Skoda, Seat und Bentley sank dabei um 8,4 Prozent auf rund 2,5 Millionen Fahrzeuge.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schnitt Daimler-Chrysler von den großen deutschen Herstellern im ersten Halbjahr am besten ab. Das operative Ergebnis (inklusive Einmaleffekte) lag in den ersten sechs Monaten bei 4,8 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 2,8 Milliarden Euro angefallen war. Insbesondere die Trendwende bei der Chrysler Group, die mit einem Plus von 800 Millionen Euro das erste Halbjahr abschloss, verhalf Daimler-Chrysler zu der deutlichen Ergebnisverbesserung.

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