• Auch bei der Riester-Rente ist Eile geboten Wer bis Jahresende unterschreibt, bekommt die volle Förderung

Wirtschaft : Auch bei der Riester-Rente ist Eile geboten Wer bis Jahresende unterschreibt, bekommt die volle Förderung

Heike Jahberg

Auch für die Riester-Rente läuft der Countdown: Wer noch die volle Förderung für das Jahr 2002 in Anspruch nehmen will, muss sich sputen. Nur wenn der Vertrag bis Jahresende geschlossen ist, kommen Sie in den Genuss der staatlichen Hilfen für dieses Jahr. Auf große Resonanz ist die staatlich geförderte private Altersvorsorge allerdings bislang nicht gestoßen. Gerade einmal sieben Prozent der Förderberechtigten haben bisher einen Vertrag unterschrieben. Eine „ernüchternde Bilanz“, sagt Gerhard Rupprecht, Vorstandschef der Allianz Lebensversicherung. Wie bei der Konkurrenz läuft auch bei Deutschlands größtem Lebensversicherer das Geschäft „weiterhin schleppend“. Knapp 540 000 Riester-Verträge hat die Allianz derzeit in ihrem Bestand – weit weniger als ursprünglich erwartet.

Dabei empfehlen selbst Verbraucherschützer inzwischen die Riester-Rente. „Riestern lohnt sich“, heißt es bei der Stiftung Warentest. Denn durch die staatliche Förderung liege die Rendite in vielen Fällen über zehn Prozent.

Wie der Staat hilft

Der Staat unterstützt das Vorsorgesparen mit mehreren Instrumenten. Wer einen privaten Riester-Vertrag abschließt, kann staatliche Zulagen beanspruchen: Diese bestehen aus einer Grundzulage, die jedermann beanspruchen kann, und einer Kinderzulage. Die Zulagen steigen bis zum Jahr 2008 an (siehe Tabelle). Von den Zulagen profitieren vor allem kinderreiche Geringverdiener. Aber auch für Gutverdiener kann das Riester-Sparen lukrativ sein. Denn die Rentenbeiträge können in der Steuererklärung voll als Sonderausgaben abgesetzt werden – mit Hilfe eines speziell für die Riester-Rente geschaffenen, zusätzlichen Sonderausgabenabzugs. Übersteigt die Steuerersparnis die Zulagen, erstattet der Fiskus die Differenz. Damit die Riester-Rente nicht als Steuersparmodell missbraucht wird, gibt es aber Höchstgrenzen für die Beiträge (siehe Tabelle).

Betriebliche Altersvorsorge

Zu den förderfähigen Vorsorgeangeboten gehören Rentenverträge, Fonds- und Banksparpläne und Entnahmemodelle für Immobilienbesitzer. Wer keinen individuellen Vertrag schließen will oder sich darüber hinaus zusätzlich absichern möchte, kann auch einen Vorsorgevertrag über seinen Arbeitgeber abschließen. Seit Anfang dieses Jahres haben Arbeitnehmer das Recht, einen Teil ihres Gehalts in Beiträge zur Altersvorsorge umzuwandeln. Der Vorteil der so genannten Entgeltumwandlung: Das Geld, das der Arbeitnehmer in seine Betriebsrente investiert, muss er nicht versteuern. Bis zum Jahr 2008 fallen zudem keine Sozialversicherungsabgaben an. Bis zu 2160 Euro im Jahr können Arbeitnehmer so von ihrem Bruttoeinkommen abzwacken. Das macht die Entgeltumwandlung zu einer attraktiven Vorsorgevariante. Ob die Sozialversicherungsfreiheit über das Jahr 2008 hinaus Bestand haben wird, ist allerdings zweifelhaft. Denn immerhin gehen den Rentenkassen Beiträge verloren, die sie dringend benötigen.

Die betriebliche Altersvorsorge läuft erst jetzt so richtig an. Denn die Genehmigung der Pensionsfonds und Pensionskassen, in die ein Großteil der Beiträge fließen, hatte sich verzögert. Erst im Frühjahr hatte die Aufsichtsbehörde die ersten Anbieter zugelassen, anschließend begann die Werbung bei den Unternehmen. Nun müssen die Arbeitgeber die Arbeitnehmer für die Entgeltumwandlung gewinnen. Die erste Resonanz ist positiv. Die betriebliche Altersvorsorge laufe sehr viel besser an als die Riester-Rente, sagen die Versicherer übereinstimmend.

Die betriebliche Sparvariante ist in vielen Fällen günstiger als ein Einzelvertrag, weil die staatliche Förderung schon in diesem Jahr hoch ist und der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter kostengünstige Angebote aushandeln kann. Allerdings ist bei einem Jobwechsel nicht gesichert, dass man seinen Vertrag im nächsten Betrieb zu denselben Bedingungen fortsetzen kann. Eventuell müsste man ihn dann ruhen lassen oder privat weiter einzahlen. Die Steuer- und Sozialversicherungsvergünstigungen kommen dann allerdings nicht zum Tragen.

Weitere Informationen finden Sie im Sonderheft der Stiftung Warentest „Die Riester-Tests“ zum Preis von 7,50 Euro.

0 Kommentare

Neuester Kommentar