Wirtschaft : Auch Chemiebereiche werden zusammengelegt

Die Konzerne Veba und Viag wollen im Zuge ihrer geplanten Fusion neben der angekündigten Zusammenlegung ihrer Energiesparten auch ihre Chemie bündeln. Bis spätestens Anfang nächsten Jahres soll die Veba-Tochter Degussa Hüls AG mit der Viag-Tochter SKW Trostberg AG zur neuen Degussa AG verschmolzen werden. Der aus der Fusion von Veba und Viag entstehende Konzern E.ON soll an der neuen Spezialchemiefirma rund 64 Prozent halten. Die neue Degussa, deren Konzernsitz Düsseldorf sein wird, wolle sich von Unternehmensteilen mit einem Umsatzvolumen von etwa fünf Milliarden Euro trennen und dafür drei Milliarden Euro erlösen.

Kartellrechliche Bedenken sahen die Chefs von Veba und Viag, Ulrich Hartmann und Wilhelm Simson, bei der Vorstellung der Pläne am Montag nicht. Unter Analysten wurde die angekündigte Chemiefusion und die mit ihr einhergehende Fokussierung auf die Spezialchemie als sinnvoll begrüßt. Vorstandschef des entstehenden Konzerns wird der bisherige SKW-Chef Utz-Hellmuth Felcht. Degussa-Hüls-Chef Uwe-Ernst Bufe trat mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Die Entscheidung für Felcht wurde in Branchenkreisen als Konzession an die Viag gesehen, nachdem mit PreussenElektra-Chef Hans-Dieter Harig bereits ein Veba-Mann die neue Energiesparte leiten wird. Die neue Degussa soll sich auf sechs Kernbereiche konzentrieren, alle übrigen Aktivitäten sollen innerhalb von zwei Jahren abgestoßen werden. Zu den neuen Kernaktivitäten zählen nach Unternehmensangaben Nahrungsmittelzusatzstoffe, Bauchemikalien, Pflegechemikalien, Feinchemikalien und Zwischenprodukte, Spezialkunststoffe sowie Lack- und Gummizusatzstoffe.

Auf der Verkaufsliste stehen unter anderem Asta Medica, die angestammten Edelmetallaktivitäten von Degussa-Hüls sowie deren Dental- und Phenolbereich und die Degussa-Bank. SKW muss die verlustträchtige SKW Stickstoffwerke Piesteritz AG sowie ihre traditionsreichen Bereiche Salz, Gelatine und Metallchemie abgeben. Die Erlöse sollen in den Ausbau der Kerngeschäftsfelder investiert werden. Deren Umsatzvolumen soll sich innerhalb von vier Jahren auf 18 bis 20 Milliarden Euro von jetzt gut neun Milliarden Euro verdoppeln. Sieben bis acht Milliarden Euro sollen über Akquisitionen in Amerika und Asien hinzu kommen.

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