Wirtschaft : Auch die Deutsche Bank wird sich an dem elektronischen Börsensystem beteiligen

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Auch die Deutsche Bank wird sich am elektronischen Börsensystem Tradepoint beteiligen, mit dem amerikanische Großbanken ihren Wertpapierhandel in Europa voranbringen wollen. Dies bekräftigte Vorstandssprecher Rolf Breuer am Montagabend in Washington. Diese Entscheidung ist auch deshalb bemerkenswert, weil Breuer Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsche Börse AG ist, die sich derzeit um eine europäische Handelsplattform bemüht. Erst vor zehn Tagen hatten die Börsen aus Frankfurt (Main), London, Paris, Brüssel, Mailand, Madrid, Zürich und Amsterdam den gemeinsamen Handel der wichtigsten europäischen Aktien über ein einheitliches Handelssystem ab Herbst 2000 beschlossen. Breuer ist das allerdings noch viel zu wenig. "Die Börsenallianz macht keinen richtigen Fortschritt. Es geht zu langsam voran", sagte er in Washington.

Nach seiner Ansicht liegt dies aber nicht an der Deutsche Börse AG. Mit der Beteiligung an Tradepoint will die Deutsche Bank den Kooperationsprozess beschleunigen, zum anderen aber auch verhindern, dass die amerikanischen Banken zu stark ins europäische Börsengeschäft eindringen. "Wir wollen nicht, dass Merril Lynch von London aus den europäischen Aktienhandel bestimmt". Bereits in der vergangenen Woche hatte auch die Dresdner Bank ihre Beteiligung an Tradepoint kundgetan. Damit, so heißt es dort, kehre man der Deutsche Börse AG nicht den Rücken. Man müsse aber bei wichtigen Entwicklungen in der europäischen Börsenlandschaft dabei sein. Indirekt will aber auch die Dresdner Bank mit ihrer Entscheidung den Druck auf die Börsen in Europa erhöhen. Sie sollen sich so schnell wie mögliche auf eine gemeinsame Handelsplattform und ein einheitliches Computersystem für einen europäischen Aktienmarkt einigen.

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