Wirtschaft : Auch die Niederlande nehmen Maastricht-Hürde

Defizitquote liegt deutlich unter den geforderten drei Prozent DEN HAAG (AFP/Tsp).Nach Österreich haben jetzt auch die Niederlande verkündet, sie würden die Teilnahmebedingungen für die Europäische Währungsunion erfüllen.Das niederländische Statistikamt teilte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Den Haag mit, die Wirtschaftsdaten des Landes "genügten in jeder Hinsicht eindeutig den geforderten Maastricht-Kriterien." Die genauen Zahlen würden aber erst dann bekanntgegeben, wenn das niederländische Parlament auch darüber unterrichtet worden sei, so die niederländischen Statistiker.Dies sollte möglicherweise noch am Mittwoch, spätestens aber am Donnerstag in dieser Woche geschehen.In der niederländischen Presse zirkulierten derweil Zahlen, wonach das öffentliche Defizit im vergangenen Jahr 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachte und damit deutlich unter dem im Maastrichter Vertrag geforderten Referenzwert von drei Prozent des BIP lag.Die Inflationsrate in den Niederlanden erreichte im Maastricht-Referenzjahr 1997 nach den Angaben 2,2 Prozent.Die Arbeitslosenquote in den Niederlanden lag unter fünf Prozent.Lediglich der öffentliche Schuldenstand betrug den Schätzungen zufolge 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.Dies würde bedeuten, daß die Niederlande die im Maastrichter Vertrag vorgegebene Zielmarke von 60 Prozent nicht erreicht hätten.Auch in Österreich lag der Gesamtschuldenstand im vergangenen Jahr über dem Referenzwert von 60 Prozent des BIP.Dennoch hoffen offenbar beide Staaten auf eine Klausel im EU-Vertragswerk, wonach die Teilnahmebedingung für die Währungsunion auch dann als erfüllt gelten soll, wenn die Verschuldung "erheblich und laufend zurückgegangen ist und einen Wert in der Nähe des Referenzwerts erreicht hat".Österreich hatte als erstes EU-Land bereits am Montag mitgeteilt, es erfülle im entscheidenden Referenzjahr 1997 die Kriterien des Maastrichter Vertrages.Die einzelnen nationalen Statistikämter der europäischen Staaten legen diese Woche ihre Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung vor und melden sie an das Europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg weiter.Auf Grundlage dieser Wirtschaftdaten werden die EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfeltreffen am 2.Mai in Brüssel entscheiden, welche Staaten beim Start der Währungsunion am 1.Januar 1999 mit dabei sein werden.Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden will die Zahlen für Deutschland am Freitag vorlegen.

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