Wirtschaft : Auch in Europa will das Unternehmen auf Einkaufstour gehen

Mit frischem Kapital und einem gestärkten Management geht die Bäckerei-Gruppe Kamps künftig auch in Europa auf Einkaufstour. Treibende Kraft der Konsolidierung des Brot- und Backwarenmarktes sei die Bildung immer größerer Unternehmenseinheiten, sagte Firmengründer Heiner Kamps am Freitag bei einer außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf. Der Weg nach Europa führe zunächst über den Ausbau der Marktstellung im Bereich der Handwerksbäckereien.

Die Aktionäre des Unternehmens genehmigten mit großer Mehrheit die geplante Kapitalerhöhung um bis zu 20 Millionen auf 42,5 Millionen Euro. Die bisherigen Aktionäre haben dabei ein Bezugsrecht. Mit der Aufstockung soll der Erwerb der Wendeln Brot- und Backwaren GmbH & Co KG (Garrel) finanziert werden. Für den doppelt so großen Hersteller von SB-Backwaren muss Kamps einen Preis von 2,1 Milliarden Mark bezahlen. Die genauen Konditionen der Aktienausgabe will das Unternehmen nach Zustimmung der Akquisition durch das Bundeskartellamt bekannt geben.

Aktionärsvertreter begrüßten den Expansionskurs des Kamps-Vorstandes, der künftig durch zwei Geschäftsführer der Wendeln-Gruppe verstärkt wird. Mit der Wendeln-Gruppe werde Kamps Synergien und Wachstumspotenzial nutzen. Für Wettbewerber aus dem Ausland werde es schwer, wenn nicht unmöglich, eine vergleichbar starke Position in Deutschland zu erreichen, betonte Kamps.

Bis 2003 soll die Gruppe auf einen Umsatz von über 4,7 Milliarden Mark kommen. Derzeit sind es einschließlich Wendeln rund drei Milliarden Mark. Kamps hatte vor dem Einstieg ins SB-Backwarengeschäft allein in diesem Jahr fünf Bäckereiketten mit einem Umsatz von 430 Millionen Mark übernommen, darunter auch die Berliner Bäckereien Thoben und Ostrowski. Nach Angaben von Kamps soll die Zahl der Filialen in Berlin von derzeit rund 140 in spätestens zwei Jahren auf 250 steigen, insgesamt zählt das Unternehmen 1240 Filialen. Von neuen Kreationen wie "Brot am Stiel" und einer Frischeoffensive versprechen sich die Düsseldorfer ein Umsatzplus von mehr als 20 Prozent allein im kommenden Jahr. Kostenvorteile sieht Kamps in der zentralen Produktion und effizienten Filialbelieferung.

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