Wirtschaft : Auch Margarine soll teurer werden

Berlin - Nach der Preiserhöhung bei Butter droht nun auch ein Anstieg bei Margarine. „Wir rechnen damit, dass die Margarinepreise im nächsten Jahr pro Becher um 20 Cent steigen“, sagte Hubertus Rau, Geschäftsführer des Margarine- und Ölherstellers Walter Rau dem Tagesspiegel. Zu dem Konzern gehört unter anderem die Marke Deli Reform.

Grund für den angekündigten Preisschub seien die gestiegenen Kosten für den Margarine-Rohstoff Rapsöl, der sich ähnlich stark verteuert hat wie der Butter-Rohstoff Milch. Dass vermehrt Rapsöl als Biodiesel verwendet werde, habe „zu massiven Preiserhöhungen geführt“, sagte Rau. Rapsöl ist der Grundstoff für die Margarineherstellung.

Pro Jahr esse jeder Deutsche durchschnittlich 5,5 Kilogramm Margarine, heißt es beim Margarine-Institut in Bonn. Die Preisspanne für einen Becher mit 500 Gramm liegt nach Angaben der Industrie momentan zwischen 55 Cent für eine Discount-Margarine und 89 Cent für ein Markenprodukt.

„Der Verbrauch von Rapsöl ist enorm gestiegen“, sagte Karl-Josef Groß vom Verband Deutscher Ölmühlen. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 5,8 Millionen Tonnen Pflanzenöl hergestellt. Fast 60 Prozent davon entfallen auf Rapsöl. Der Hauptanteil wird für die Energieproduktion und für den technischen Bereich eingesetzt. In der Ernährungsindustrie würden mit 600 000 und 800 000 Tonnen nur etwa 21 Prozent des Rapsölvolumens eingesetzt, sagte Groß.

Hinzu kommt, dass es in diesem Jahr weniger Raps gibt. „Die diesjährige Rapsernte ist leicht unterdurchschnittlich ausgefallen“, sagte Groß. Die Differenz werde aber über Importe aus Osteuropa, Frankreich und Dänemark ausgeglichen. Einen Engpass für die Nahrungsmittelindustrie sieht er deshalb nicht. koh

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