Wirtschaft : Auch Maschinenbau sucht Spezialisten

Dem deutschen Maschinenbau droht das gleiche Schicksal wie der Informationstechnologie. Deutschlands Schlüsselindustrie setzt nach dem letztjährigen Tief zum großen Wachstumssprung an und hat Probleme, qualifizierte Fachkräfte und Ingenieure zu finden. "Aus immer mehr Firmen kommen entsprechende Klagen", sagte der Chefvolkswirt des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Herbert Kriegbaum, am Dienstag in Frankfurt.

Der Maschinenbau mit rund 900 000 Arbeitnehmern beschäftigte schon immer den Adel der Facharbeiter. Doch mit zunehmender Verknüpfung von Mechanik und Computertechnik, elektronischer Steuerung, mehr Service und Komplettangeboten für die Kundschaft wächst der Bedarf an zusätzlichem Personal außerhalb der Produktion. "Es findet derzeit eine Umschichtung vom Facharbeiter zum Ingenieur statt", sagte Kriegbaum.

Hintergrund der Personalmisere ist das seit Jahren rückläufige Interesse von Abiturienten am Ingenieurstudium. Neben allgemeinen gesellschaftlichen Trends spielt dabei auch eine wichtige Rolle, dass aus der Branche meist über drastischen Personalabbau berichtet wurde. Hinzu kam das ständige Klagen über den schlechten Industriestandort Deutschland und die daraus resultierenden unsicheren Perspektiven, kritisierte vor allem die IG Metall. Zusammen mit anderen Industriezweigen wirbt der VDMA deshalb verstärkt an den Schulen, um junge Menschen in den Ingenieurberuf zu locken.

Die Aussichten für die Maschinenaubranche werden wieder besser. Nach einem 99er Produktionsrückgang von zwei Prozent in Folge der Krisen in Asien, Lateinamerika und Osteuropa solle es 2000 wieder ein Wachstum um drei Prozent geben, so Kriegbaum.

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