Wirtschaft : Auch Subunternehmer müssen Gewerkschafts-Vorgaben für ihre Arenitskräfte einhalten

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Der Baukonzern Hochtief will ab sofort die eigenen Arbeitnehmer und die seiner Vertragspartner noch stärker schützen. Deshalb unterzeichnete der Essener Baukonzern gemeinsam mit der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) und dem Internationalen Bund der Bau- und Holzarbeiter (IBBH) einen Verhaltenskodex, der für alle Bereiche des international tätigen Unternehmens gelten soll.

Hochtief verpflichtet sich damit, die Sozialstandards der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) einzuhalten. Unter anderem bedeutet das den Verzicht auf Kinderarbeit, die Zahlung von Löhnen und Gehältern, die den Lebensunterhalt sichern, sowie annehmbare Arbeitsbedingungen. Hochtief ist der erste internationale Baukonzern, der ein derartiges Abkommen mit der weltweiten Gewerkschaftsorganisation abschließt. IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel räumte ein, dass die meisten dieser Verpflichtungen "für Deutschland nichts grundlegend Neues" sind. Allerdings seien diese Sozialstandards in vielen Ländern der Erde eher die absolute Ausnahme als die Regel.

Die Standards werden für die rund 37 000 Beschäftigten von Hochtief direkt gelten und sollen außerdem in die Verträge mit Beteiligungsgesellschaften und Subunternehmern aufgenommen werden. Auch viele ausländische Unternehmen werden sich so in Zukunft an die Vorgaben der IAO halten müssen, denn 1999 erbrachte Hochtief nach eigenen Angaben rund 60 Prozent seiner Leistungen im Ausland. Vertragsbrüche will Hochtief nicht hinnehmen. Bei Verstößen gegen die Vereinbarung sei eine Kündigung der Zusammenarbeit mit dem betreffenden Zulieferer denkbar.

Hochtief-Vorstandsmitglied Friedel Abel sagte, man wolle langfristig daran mitwirken, "die Verhaltensregeln unserer Branche kontinuierlich zu verbessern". Die IG Bau nannte das Abkommen einen "Meilenstein bei der Verwirklichung von Menschenrechten in der internationalen Marktwirtschaft".

Vorstand Abel appellierte an die öffentlichen und privaten Auftraggeber, sich bei der Vergabe von Aufträgen mehr an der Qualität und nicht nur am Preis zu orientieren.

Ulf Aspel, Generalsekretär der IBBH, dem weltweit 281 Gewerkschaften in 124 Ländern angehören, zeigte sich zufrieden. "Die weltweite Globalisierung der Arbeit erfordert auch globale Regeln", sagte er.

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