Wirtschaft : Auch Töchter sind prachtvoll

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Chinas EinKind-Politik hat viele abscheuliche Dimensionen, doch der grausigste Aspekt dieser Art von „Familienplanung“ ist die Tötung von Millionen weiblicher Föten und Säuglinge. Folge ist ein wachsendes demografisches Ungleichgewicht: auf 117 geborene Jungen kommen nur 100 Mädchen. Offizielle Stellen haben sich in der Vergangenheit damit gebrüstet, seit Einführung der Ein-Kind-Politik Ende der 70er Jahre 300 Millionen Geburten verhindert zu haben. Mittlerweile wird zugegeben, dass die überwiegende Mehrheit Mädchen waren. Ein landesweit gestartetes Pilotprogramm „Sorgt Euch um die Mädchen“ soll den Trend nun stoppen: Es gibt Prämien für Paare, die eine Tochter bekommen und sie leben lassen, außerdem Privilegien bei der Wohnungssuche, Arbeitsvermittlung oder Fortbildung. China hat hart zu spüren bekommen, was die Ein-Kind-Politik bewirken kann. Da diese Politik in den späten Siebzigerjahren ihren Anfang nahm, sind junge Männer, die heute etwa Mitte Zwanzig sind, damit konfrontiert, dass es für jeden sechsten von ihnen keine Braut gibt. Eine neue Generation Chinesen rückt jetzt in Führungspositionen vor. Sie haben den Ansporn, das Ungleichgewicht zu korrigieren.

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