Wirtschaft : Auch VW wird von der Börse bestraft

Hoher Kursverlust als Reaktion auf Quartalszahlen. Daimler-Chrysler weiter unter Druck

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Berlin - Ähnlich wie am Tag zuvor bei Daimler-Chrysler strafte die Börse am Freitag VW nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen ab. Die Aktie verlor 5,39 Prozent, obwohl VW den Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich steigern konnte. Die Daimler-Chrysler-Aktie, die am Donnerstag mehr als vier Prozent eingebüßt hatte, stand mit einem Abschlag von 3,06 Prozent auch am Freitag unter Druck.

Das Konzernergebnis von VW erhöhte sich im ersten Quartal vor Sondereinflüssen um gut 55 Prozent auf 726 Millionen Euro. VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch erklärte in einer Mitteilung, die Zahlen seien ein Beleg dafür, „dass unsere Maßnahmen im Rahmen unserer Kostensenkungs- und Leistungssteigerungsprogramme greifen“. Allerdings, so Pötsch weiter, sei die Rendite „nach wie vor weit von unseren Zielen entfernt“. Entsprechend hart müsse an der „Restrukturierung insbesondere der Kernmarke VW“ gearbeitet werden. Der VW-Vorstand verhandelt derzeit mit dem Betriebsrat über die so genannte Restrukturierung. Nach bisherigen Angaben könnten dadurch bis zu 20 000 der gut 100 000 Mitarbeiter in den sechs westdeutschen Werken betroffen sein.

Der VW-Konzern teilt sich auf in die Markengruppe Volkswagen (VW, Skoda und Bentley), die Gruppe um Audi, Seat und Lamborghini, die Nutzfahrzeuge sowie Finanzdienstleistungen. Alles in allem erhöhte sich der Umsatz im ersten Quartal um gut 21 Prozent auf 25,3 Milliarden Euro; mit 1,36 Millionen Auto verkaufte der Konzern 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, der allerdings auch besonders schwach war. Deshalb würden sich diese Zuwachsraten im Jahresverlauf 2006 auch nicht fortsetzen lassen, kündigte Pötsch an. Doch werde sich das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahr (3,1 Milliarden Euro) verbessern.

Die Markengruppe VW erreichte im ersten Quartal einen Gewinn von 134 Millionen Euro, vor einem Jahr hatte es ein Minus von gut 50 Millionen Euro gegeben. Die zusätzlichen Auslieferungen (plus 16 Prozent) erklärt der Konzern mit der vollen Verfügbarkeit der neuen Modelle Passat, Jetta und Golf Plus sowie „dem Verkaufserfolg von Skoda“. Weiterhin gut unterwegs ist die Audi-Gruppe, die auf ein Ergebnis von 318 Millionen Euro kam (plus fünf Prozent). Das gute Audi-Ergebnis wurde etwas geschmälert durch die spanische Seat, deren Ertragslage nach wie „unbefriedigend“ sei. Die Nutzfahrzeuge verdienten 36 Millionen Euro und verbesserten sich damit um 75 Millionen Euro. Der Bereich Finanzdienstleistungen kam auf einen Gewinn von 237 Millionen Euro und lag damit „leicht“ über Vorjahr. alf

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