Wirtschaft : Audi: Im Wettlauf mit der Autokonjunktur

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Angesichts einer global ungewissen Automobilkonjunktur ist die Ingolstädter VW-Tochter Audi nicht mehr sicher, 2001 erneut ein Rekordjahr zu schaffen. Derzeit gehe er noch davon aus, Absatz und Umsatz leicht steigern sowie das Ergebnis überproportional verbessern zu können, sagte Audi-Chef Franz-Josef Paefgen zur Bilanzvorlage in München. Falls sich die Weltmärkte weiter eintrübten, müsse aber auch die Luxuswagentochter des VW-Konzerns ihre Prognosen zurücknehmen. Grundsätzlich sei er 2001 "optimistisch für Audi, aber nicht für die Märkte," sagte Paefgen.

Hoffnung schöpft er aus dem Ende 2000 vollzogenen Modellwechsel beim A4, der als Volumenmodell rund ein Drittel aller Verkäufe beisteuert. Weniger Freude bereitet Paefgen der kleine Audi A2, der im Vorjahr mit 20 000 Verkäufen unter Plan lag. Paefgen machte dafür technische Probleme und schwache Nachfrage verantwortlich. Letztere werde derzeit durch nicht näher erläuterte "Programme zur Verkaufsunterstützung" angekurbelt. Im ersten Quartal 2001 steuere der A2 auf einen Absatz von 12 000 Einheiten zu, was im Gesamtjahr 50 000 Verkäufe erhoffen lasse. Schon jetzt produziere man nahe an der Kapazitätsgrenze und entscheide bis Ende 2001 über eine "Erweiterung". Das müsse aber keinen Werksneubau bedeuten. Im Vorjahr hatte Audi eine Entscheidung über eine neue Fabrik binnen sechs Monaten in Aussicht gestellt. Die ist offenbar vor allem von der Entwicklung in den USA abhängig, wo Audi 2001 erstmals über 100 000 Autos verkaufen könnte. Von einem solchen Volumen an sei ein eigenes US-Werk sinnvoll, hatte Audi früher mitgeteilt.

Im Jahr 2000 hat Audi den US-Absatz um über ein Fünftel auf gut 80 000 Verkäufe verbessert. Global wuchs der Audi-Absatz um drei Prozent auf über 653 000 Einheiten. Im Inland gingen die Verkäufe um sieben Prozent auf 240 000 Einheiten zurück, was den heimischen Marktanteil dennoch von 6,8 auf 6,9 Prozent steigen ließ. Inklusive der im Vorjahr übernommenen Autogerma, des Generalimporteurs der Marken VW, Audi, Seat und Skoda in Italien, haben die Ingolstädter 920 000 Autos ausgeliefert. Autogerma hat 2000 den Konzernumsatz um fast ein Drittel auf gut 39 Milliarden Mark erhöht. Ohne diesen Effekt wären die Audi-Erlöse um gut acht Prozent gestiegen. Das Vorsteuerergebnis stagnierte bei knapp 1,6 Milliarden Mark, wogegen der Nachsteuergewinn um gut ein Drittel auf 859 Millionen Mark gewachsen ist. Gut 100 Millionen Mark des Gewinnzuwachses seien währungsbedingt, räumte Finanzchef Peter Abele ein. Negativ habe aber Autogerma auf die Umsatzrendite gewirkt, die vor Steuern von 5,5 auf 4,1 Prozent sank. Das Renditeziel bleibt weiter bei 6,5 Prozent.

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