Wirtschaft : Auf dem Siegertreppchen

Pflege, Powerpoint und Ergotherapie: Wir stellen die zehn beliebtesten Weiterbildungen vor.

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Gewinner. Auf Platz haben es die Weiterbildungen im Pflegebereich geschafft. Vor allem die „Fachkraft für Pflege und Betreuung“ ist ein beliebter Lehrgang, weil dabei die Belastung geringer ist als in anderen Pflegeberufen. Foto: dpa
Gewinner. Auf Platz haben es die Weiterbildungen im Pflegebereich geschafft. Vor allem die „Fachkraft für Pflege und Betreuung“...Foto: picture-alliance/ dpa

Wer sich weiterbilden will, kann zwischen unzähligen Lehrgängen und Seminaren wählen. Welche davon die beliebtesten sind, ändert sich von Jahr zu Jahr. Waren 2011 die Kurse für Tagesmütter stets ausgebucht und in den Jahren zuvor Seminar für Webdesigner stark nachgefragt, hat das Interesse an beiden Umschulungen mittlerweile stark abgenommen. Denn mit der sinkenden Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ändert sich auch das Interesse an Weiterbildungen. Die Berliner Weiterbildungsdatenbank (WDB) hat uns die Top 10 der momentan beliebtesten Weiterbildungen verraten.

PLATZ 1: PFLEGE

„Einen klaren Trend gab es in den vergangen Monaten für Weiterbildungen im Pflegebereich“, sagt Horst Junghans von der Weiterbildungsdatenbank Berlin. Die Nachfrage für Pflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt ist groß. Besonders beliebt ist die Weiterbildung zur Fachkraft für Pflege und Betreuung. Denn sie ist auch für Quereinsteiger, die zuvor nicht in der Pflege tätig waren, möglich. Vorausgesetzt werden ein Hauptschulabschluss und eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung. Auch viele Krankenschwestern oder Krankenpfleger lassen sich zur Fachkraft für Pflege und Betreuung umschulen. „Die körperliche Beanspruchung ist geringer als in anderen Pflegeberufen“, erklärt Junghans. Bei der Tätigkeit geht es um soziale Betreuung hilfsbedürftiger Menschen, wie Demenzkranke oder Menschen mit Behinderungen. Die Weiterbildung dauert sechs bis neun Monate. Wer keine Bildungsgutschein erhält, zahlt rund 4700 Euro.

PLATZ 2: NETZWERKADMINISTRATOR

Auf Platz zwei rangieren laut Junghans Fortbildungen im IT-Bereich. Besonders beliebt ist die Weiterbildung zum Netzwerkadministrator. Wer sie absolviert hat, kann die gesamte Hard- und Software eines Unternehmens verantworten, Datenbanken und Netzwerke pflegen und für die Sicherheit des gesamten IT-Systems sorgen. „Eine gewisse Affinität für Computer und IT-Vorkenntnisse sollten unbedingt vorhanden sein", rät Junghans von der WDB. Meistens wird ein Eignungstest durchgeführt. Eine Umschulung dauert zwischen fünf Monaten und zwei Jahren. (www.damago.de)

PLATZ 3: SPRACHEN

Sprachkurse stehen seit langem hoch im Kurs. Besonders Englischkurse für Geschäftsleute sind gefragt. Dabei wird beispielsweise das Aushandeln von Verträgen mit ausländischen Geschäftspartnern trainiert. Leitende Angestellte lernen, sich und ihre Firma im Ausland oder vor ausländischen Kunden zu präsentieren. Auch Deutsch als Fremdsprache wird derzeit in Berlin häufiger nachgefragt als früher. Weitere gern gewählte Sprachen für berufliche Zwecke sind Französisch, Spanisch, Russisch und Chinesisch.

PLATZ4: GESUNDHEIT

Gut gebucht werden Kurse für Zusatzqualifikationen im physiotherapeutischen Bereich, wie zum Beispiel eine Weiterbildung zum Ergotherapeuten. Diese Ausbildung bietet sich nicht nur für Physiotherapeuten an, sondern ist je nach Ausrichtung auch für Therapeuten, Logopäden, Sozialpädagogen oder für Pflegepersonal interessant. Auch Kurse für manuelle Lymphdrainage sind beliebt. Angesprochen sind ebenfalls Physiotherapeuten, aber auch Ärzte und Masseure. Es gibt auch Kurse, die keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen, sie schließen jedoch ohne staatlich anerkanntes Zertifikat ab.

PLATZ 5: ERNÄHRUNGSBERATER

Keine medizinische Berufsausbildung benötigt, wer sich als Ernährungsberater weiterbilden möchte. Die Weiterbildung dauert bis zu einem Jahr. Nach dem Abschluss können Teilnehmer im Auftrag von Krankenkassen, Arztpraxen und Kurkliniken Menschen mit Gesundheitsproblemen beraten oder in Seminaren über gesunde Ernährung und Gesundheitsvorsorge aufklären.

PLATZ 6: ERZIEHER

Auf Platz sechs kommt eine Weiterbildung als staatlich anerkannter Erzieher (beziehungsweise Erzieherin). 2010 hat das Land Berlin den Zugang zum Erzieherberuf erleichtert. Seiteneinsteiger können nach einer 13-monatigen Umschulung die Nichtschülerprüfung ablegen. Die inhaltlichen Anforderungen sind jedoch gleich hoch geblieben – auch für Quereinsteiger. In vielen Fällen ist eine hundertprozentige Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit oder über einen Bildungsgutschein vom Jobcenter möglich. Wegen der großen Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt wird eine Umschulung zum Erzieher vermutlich auch in Zukunft beliebt sein.

PLATZ 7: EXCEL UND POWERPOINT

Wer beherrscht wirklich alle Kniffe von Word, Excel und Powerpoint? Kurse zu diesen klassischen PC-Anwendungen werden in Großunternehmen auch häufig vom Arbeitgeber finanziert. Auch Volkshochschulen bieten Computerschulungen an, beispielsweise ein Einführungskurs für Windows 7, in dem Einsteigern die Datenverwaltung und der Umgang mit Multimedia-Anwendungen gezeigt wird (57 Euro, ermäßigt 31 Euro). Ebenso sind Kurse für Finanzbuchhaltungs- oder Firmensoftware wie Lexware, Datev oder SAP.

PLATZ 8: HEILPRAKTIKER

Heilpraktiker gibt es bereits viele in Berlin. Trotzdem ist diese Weiterbildung nach wie vor gefragt. Ein Jahr dauert die Ausbildung, die rund 3600 Euro kostet. Gelehrt werden Naturheilverfahren und Heilmethoden wie Fußreflexzonenmassage und Aromatherapie. Meist müssen keine speziellen Voraussetzungen erfüllt werden. Nach einer Überprüfung beim Gesundheitsamt kann der Titel Heilpraktiker oder Heilpraktikerin geführt werden. Häufig folgt für Absolventen der Weg in die berufliche Selbstständigkeit.

PLATZ 9: MEDIEN

Irgendwas mit Medien – das zieht immer noch. Beliebt sind alle Weiterbildungen rund um Film- und Fernsehen. Eine Weiterbildung für Regieassistenz und Aufnahmeleitung bietet beispielsweise das Institut für Schauspiel, Film und Fernsehberufe in Berlin an. Innerhalb von 18 Wochen werden die Teilnehmer vom Casting bis zur Arbeit am Set in die Arbeitswelt des Films eingeführt. Im Anschluss haben sie die Möglichkeit an einem Abschlussfilm der DFFB mitzuwirken. Die Teilnahme kostet rund 5000 Euro. Günstiger sind Kurse an Volkshochschulen, sie bieten beispielsweise Seminare fürs Drehbuchschreiben, Dokumentarfilme oder für das Erlernen von Schnittprogrammen wie Final Cut an. (www.berlin.de/vhs; www.isff-berlin.eu)

PLATZ 10: AUSBILDER WERDEN

Gerade noch in die Top 10 geschafft, hat es die Aufstiegsweiterbildung zum Ausbilder, die auf die Ausbildereignungsprüfung an der IHK vorbereitet. In dieser Prüfung müssen die Teilnehmer nachweisen, dass sie über das pädagogische, organisatorische und rechtliche Grundwissen der Berufsausbildung verfügen. Nach Ablegung der Prüfung sind sie dazu berechtigt, in ihrem Betrieb Azubis auszubilden. Viele Teilnehmer erhoffen sich dadurch einen Aufstieg in ihrem Unternehmen.

Alle Angebote sind im Internet unter www.wdb-berlin.de zu finden

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