Wirtschaft : Auf dem Weg zur Software-Schmiede

Für Siemens wird die EDV-Sparte immer wichtiger

München (tmh).Der Elektrokonzern Siemens wird immer mehr zum Softwarehaus.Computerprogramme für die Industrie bestimmen bereits mit rund 50 Mrd.DM knapp die Hälfte des Konzernumsatzes, rechnete Chef-Forscher Claus Weyrich auf einer Software-Konferenz am Dienstag in München vor.Für Entwicklung und Einsatz von Software würden konzernweit rund sieben Mrd.DM ausgegeben.In einzelnen Bereichen liegt deren Anteil am Forschungsetat bei vier Fünfteln.Global sieht sich Siemens nach IBM und vor Software-Schmieden wie Microsoft als führender Anbieter.Siemens-Software tritt aber nicht eigenständig auf, sondern ist meist in Hardware wie Handys verborgen.Seit zwei Jahren versucht der Elektroriese durch ein Vernetzungsprogramms die Bedeutung der Software in Marktmacht umzumünzen.Von den Bereichen private und öffentliche Kommunikationsnetze abgesehen komme der Konzern "noch nicht so recht aus den Startlöchern," sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Neben Erfolgen gebe es "Fälle, wo wir glatt versagt, unsere Kunden verärgert und viel, sehr viel Geld in den Sand gesetzt haben," sagte er selbstkritisch.Im Vergleich zu den dominierenden US-Softwarehäusern habe Siemens früher zu technik- und wenig marktorientiert geforscht, sagte der Vorstand der Siemens Nixdorf Informationssysteme (SNI), Peter Page.So habe SNI versucht wie das US-Softwarehaus Microsoft Textverarbeitungsprogramme zu entwiêkeln: "Leider sind wir nicht Microsoft geworden." Gemessen an internationalen Standards liegt nach eigenen Angaben die Software-Kompetenz der Deutschen über dem US-Durchschnitt.Das Wissen müsse nur überall im Unternehmen verfügbar gemacht werden, sagte Weyrich.Künftig würden noch größere Umsatzteile auf Industrie-Software entfallen, da ganze Branchen kippten.Immerhin lege sie jährlich zwölf Prozent zu.Beim Personal dominiert Deutschland mit 16 300 von konzernweit 27 000 Software-Entwicklern das Geschäft.

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