Wirtschaft : Auf den Fersen der Terror-Millionen

Terroristen werden es nun schwerer haben, Dollars zu sammeln. Selbst Wackelkandidaten der Weltgemeinde heften sich jetzt an die Fersen von Terrorgeld und Geldwäschern. Schon bis 1. Februar 2002 sollen alle Mitgliedsstaaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) konkrete Schritte in die Wege leiten. Es ist fast ein Novum, dass so schnell und so übereinstimmend gehandelt werden soll. Damit könnte es endlich auch den Off-Shore-Plätzen in der Karibik und Steueroasen an den Kragen geht.

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Unter diesem Blickwinkel war das G 20-Treffen und die Jahrestagung von IWF und Weltbank in Ottawa ein Erfolg. Aber sonst fällt die Bilanz zwiespältig aus. Die deutlichen Appelle von Weltbank-Präsident Jim Wolfensohn und IWF-Chef Horst Köhler sind weitgehend ungehört verhallt. Angesichts der Konjunkturprobleme geht der Blick der Industrieländer kaum über die eigenen Grenzen hinaus. Obwohl längst gemeinsame Erkenntnis ist, dass auch Armut ein Nährboden für Terror ist, macht der reiche Norden keinen Dollar mehr für die Entwicklungshilfe locker. 50 Milliarden Dollar mehr müssten es jedes Jahr sein, um die ärmsten Länder nicht noch weiter zurückfallen zu lassen. Das Signal von Doha und die neue Welthandelsrunde wurden in Ottawa zwar begrüßt, verstärkt wurde das Zeichen nicht. Globalisierungsgegner haben auch deshalb gegen IWF und Weltbank protestiert. Zwar hat IWF-Chef Köhler den Ruf des IWF zum Besseren gedreht. Um weiter voranzukommen braucht er freilich die Unterstützung seiner Kapitalgeber. Und das sind die Industrieländer. Aber dort bewegen sich die Dinge nur langsam. Sehr langsam.

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