Wirtschaft : Auf der Bremse

Luftverkehr klagt über Steuern und Abgaben

von
Foto: p-a/dpa
Foto: p-a/dpaFoto: picture alliance / dpa

Berlin - Die seit Jahresbeginn in Deutschland geltende Luftverkehrsabgabe zeigt deutliche Auswirkungen. In der ersten Jahreshälfte ist das Passagieraufkommen an den Flughäfen in Grenznähe oder mit Hauptnutzung durch Billigflieger um 4,2 Prozent zurückgegangen. Die grenznahen Flughäfen im Ausland konnten dagegen unter anderem durch die Verlagerung von Flügen und Passagierströmen einen Zuwachs von 20,8 Prozent verbuchen.

Die Zahlen nannte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Klaus-Peter Siegloch, am Dienstagabend in Berlin. Bundesweit gab es noch ein Plus von 7,8 Prozent, das allerdings einem durch Vulkanasche und Wirtschaftskrise bedingten Rekordtief im Vorjahreszeitraum gegenübersteht. Siegloch geht weiter von einem „deutlich gebremsten“ Wachstum aus. Bisher erfolgreiche Regionalflughäfen wie Friedrichshafen und Paderborn würden in diesem Jahr durch die drastische Streichung von Flügen zum Beispiel in die roten Zahlen geraten.

Eine Milliarde Euro fließt durch die Luftverkehrsabgabe jährlich in den Bundeshaushalt. Weil höhere Ticketpreise am Markt nicht durchsetzbar sind, kann nur ein kleiner Teil davon an die Passagiere weitergegeben werden. Dabei sei es eine Fehleinschätzung vieler Politiker, dass die Airlines „reich“ seien, sagte Siegloch. Neben den üblichen Kosten müssen die deutschen Airlines ab 2012 185 Millionen Euro für Emissionszertifikate zahlen.

Bisher habe man sich darauf verlassen, dass diese Mehrbelastung durch Senkung der Abgabe kompensiert wird, sagte Klaus-Peter Siegloch. Doch jetzt sehe der Entwurf des Finanzministeriums nur einen Ausgleich von 55 Millionen vor. Und die jährliche Milliardeneinnahme sei bereits bis 2015 fest im Bundeshaushalt eingeplant. „Wir fordern eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung“, sagte der BDL-Präsident. Es müsse deutlich gemacht werden, welche Verluste die Abgabe an anderer Stelle verursacht.Rainer W. During

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben