Auf der Ifa boomen Luxusprodukte : Lautsprecher für 10.000 Euro

Geschlossene Gesellschaft: Hersteller präsentieren auf der Ifa exklusive Hi-Fi-Anlagen - und lassen nicht jeden Kunden ran.

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Alleinstellungsmerkmal: Der Hersteller Canton bietet exklusive Lautsprecher für 10.000 Euro an. Foto: promo
Alleinstellungsmerkmal: Der Hersteller Canton bietet exklusive Lautsprecher für 10.000 Euro an.Foto: promo

Berlin - Wer sich auf der Ifa die Produkte des Hi-Fi-Herstellers Harman ansehen möchte, der wird höflich aber bestimmt von einem Sicherheitsmann angehalten. Ob man sich denn angemeldet habe, will er wissen. Denn der Ausstellerbereich ist der breiten Öffentlichkeit der Ifa-Besucher gar nicht zugänglich. In Pavillons direkt unter dem Funkturm zeigt Harman seine Highlights. So zum Beispiel den großen Wireless-Lautsprecher „Authentics L16“ seiner Marke JBL, der mit einem Walnussholz-Gehäuse einem Modell aus den 70er Jahren nachempfunden ist, wie ein Mitarbeiter erzählt. Innen sei das 999 Euro teure Modell aber auf dem neuesten Stand der Technik – es lässt sich drahtlos über das Smartphone steuern und kann per NFC-Technologie an Bluetooth-Geräte angeschlossen werden. Die meisten der Gäste scheinen aber gar nicht der Technik wegen gekommen sein – sie tummeln sich mit Getränken unter den weißen Sonnenschirmen im Innenhof.

Snacks und Kirschholz

Ganz so exklusiv wie bei Harman geht es bei den anderen Komponenten-Herstellern im High-End-Bereich zwar nicht zu. Doch die Stimmung unterscheidet sich durchaus vom bunten Gewusel auf dem Rest der Messe. Etwa von der in Halle 1, wo an jeder Ecke bunte Kopfhörer und kleine Lautsprecher in Neonfarben ausgestellt sind. Da drängen sich die Besucher, einige lassen sich vor einem vier Meter hohen Paar Kopfhöher fotografieren. Unweit davon hat jedoch der Lautsprecher-Hersteller Canton seinen Lounge-Bereich. Am Eingang warten drei Mitarbeiter zur Begrüßung, drinnen gibt es Snacks an weißen Cafétischchen. Besucher sitzen hier nur wenige. Ein Mitarbeiter führt zu einem Lautsprecher, den er nicht ohne Stolz als „unsere S-Klasse“ bezeichnet: Der „Reference 1.2 DC“ kostet pro Stück 10 000 Euro, ist gut 1,40 Meter hoch und in Kirschholz, Schwarz und Weiß erhältlich. Ihn gibt es auch noch kleiner und preiswerter. „Selber Motor, anderes Modell“ – der Mitarbeiter bleibt beim Autovergleich.

Schlangen und Absperrband

Etwas weiter hinten in Halle 1 hat Yamaha seinen Stand: Der Hersteller zeigt an einer quadratischen Theke einige seiner High-End-Modelle – wie zum Beispiel den Verstärker A-S3000. Er ist seit vier Monaten auf dem Markt und mit dem zugehörigen CD-Spieler CD-S3000 für etwa 9000 Euro zu haben. Von der Qualität der Yamaha-Produkte können sich die Besucher in einem kleinen Raum überzeugen, in dem ihnen der Klang vorgeführt wird. Ähnliches bietet auch Panasonic, das die Wiedereinführung seiner Hi-Fi-Marke Technics bewirbt. Vor dem Klangraum bildet sich hinter einem Absperrband eine kleine Schlange, eine Uhr zeigt die Zeit bis zum nächsten Einlass. Zuvor können die Besucher schon einmal die teuerste Anlage von Technics bewundern. Im sonstigen Halbdunkel des Standes werden die Komponenten in weißem Licht angestrahlt: ein LAN-fähiger Netzwerkspieler, an den eine Festplatte angeschlossen werden kann, ein 55 Kilogramm schwerer Verstärker und zwei riesige Lautsprecher. Der Preis für das Paket liegt bei insgesamt 40 000 Euro.

Von der „teuersten Anlage der Welt“, die in vergangenen Jahren von der Ifa aus verschiedenen Komponenten zusammengestellt wurde, ist das aber noch weit entfernt. Diese kostete mehrere hunderttausend Euro.

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