Wirtschaft : Auf der Sonnenseite: Rückenwind für grünen Kapitalmarkt

Die Deutschen investieren zunehmend in ökologisch ausgerichtete Geldanlagen und rücken dabei stärker als früher die Rendite in den Vordergrund. Nach einer Marktstudie des Öko-Zentrums Nordrhein-Westfalen haben die Deutschen bereits sechs Milliarden Mark in Öko-Geldanlagen investiert. Der schnell wachsende grüne Kapitalmarkt habe knapp zwei Prozent Marktanteil erreicht, sagte der Projektleiter der Kongress-Messe "Grünes Geld" in Hamm, Tobias Karsten, zur Eröffnung der Veranstaltung am Donnerstag.

Die Produktpalette reicht vom Sparbuch über die Aktie bis zur Direktinvestition in konkrete Projekte. Allein 2,8 Milliarden Mark flossen in Beteiligungen an Windkraftanlagen. Auf den zweiten Platz kommen der Studie zufolge Umweltfonds mit gut einer Milliarde Mark. "Der durchschnittliche Öko-Kapitalist ist kein Alt-68er mehr, sondern ein besonnener Anleger, der die Umweltaspekte als Zusatznutzen seiner finanziellen Absicherung sieht", sagte Karsten. Nach einer Untersuchung des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung sind Öko-Anleger im Durchschnitt 42 Jahre alt und blicken bei der Geldanlage zunächst auf Sicherheit und Rendite.

Erste Öko-Anlagen in den achtziger Jahren seien meistens ein Flop gewesen, weil keine marktkonformen Renditen erzielt worden seien, sagte David Heimhofer vom Umweltfonds Swissca der Zürcher Kantonalbank am Donnerstag in Stuttgart. "Umweltschutz funktioniert in unserer Gesellschaft eben nicht über Konsumverzicht und Einschränkung, sondern über die Gesetze des Marktes." Swissca achte auf die Rendite und prüfe die Unternehmenswerte nach ökologischen und sozialen Kriterien.

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