Wirtschaft : Auf die USA sollte niemand wetten

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Von Carsten Brönstrup

Das hatten wir vom Wachstumsweltmeister nicht erwartet. Da durchschreitet die größte Volkswirtschaft der Welt erst im vergangenen Jahr eine lange Rezession von neun Monaten und zieht viele Länder der Welt mit in den Abschwung, auch Deutschland. Dann steigen die USA auf wie Phönix aus der Asche und melden enormes Wachstum zwischen Januar und Ende März dieses Jahres. Wir staunten. Und nun soll alles schon wieder vorbei sein? Im zweiten Quartal des Jahres haben die Vereinigten Staaten nur ein Wachstum von etwas mehr als einem Prozent geschafft. Die Experten sind überrascht. Kommt nun ein neuer Knick, die zweite Rezession in kurzer Folge?

Vermutlich nicht. Zwar ist die Unsicherheit groß, und keiner weiß, welche Kreise die Krise an den Börsen noch ziehen wird. Doch schon vor Monaten war klar, dass sich die Wirtschaft der USA nach der Krise nicht umgehend wieder zu einem rasanten Boom aufschwingen würde. Darüber kann auch das starke erste Quartal der US-Wirtschaft nicht hinwegtäuschen. Das fiel so gut aus, weil die Unternehmen nach der Krise ihre leeren Lager wieder auffüllen mussten und dafür die Bestellungen erhöhten. Dieser Effekt ist nun vorbei, die Normalität kehrt zurück. Und die ist trotz des schwachen Wachtums nicht so trüb, wie es auf den ersten Blick scheint. Im zweiten Quartal haben die Unternehmen erstmals wieder mehr investiert und ohne Investitionen kann es keinen Aufschwung geben. Es heißt nur, bescheidener zu werden – das gilt auch für Deutschland. Spätestens jetzt muss allen klar sein, dass die USA das schlappe Wachstum hier zu Lande nicht beflügeln können. Das müssen die Deutschen schon selbst erledigen.

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